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April 2011

Samstag, den 30.4.

Heute sollten wir ein Highlight unserer Reise erleben: wir hatten uns mit Tom und seiner Freundin und ein paar Bekannten von Tom zu einer Bootstour zu Pateisland verabredet. Geplant war Bootfahren, Schnorcheln, Fischessen, Schwimmen und den Besuch von Pate- einer Insel die ziemlich weit weg (2 Stunden Bootsfahrt) von Lamu ist und die noch sehr viele alte Häuser besitzt. Die Bewohner sind alle strenge Moslems.

Am Morgen nach dem Frühstück besorgten wir uns alle erstmal Schnorchel und dann ging die Fahrt los. Die Bekannten von Tom stellten sich ebenfalls als Freiwillige heraus, einer aus Deutschland, ein Student, der Wirtschaftsingenieur als Berufsziel hatte, ein Pole mit Po langen Rastalocken- ein sehr sympathischer Zeitgenosse und außer Tom und seiner Freundin – beide aus Japan noch eine sehr hübsche junge Chinesin, Jeanne und mich muss ich ja nicht weiter mehr erwähnen. Nach etwa gut einer Stunde Bootsfahrt erreichten wir das Korallenriff – der Tidestand war nicht so optimal, so dass man nicht so sehr viel außer ein paar großen Korallen ein paar wenigen kleinen Fischen und Seeigeln sehen konnte. Das Meer war auch recht bewegt, so dass der polnische Student abgetrieben wurde und aufgrund der Strömung nicht mehr wieder zu uns gelangen konnte. Zum Glück war eine anderes einheimisches Boot in der Nähe, das ihm seine Taucherbrille rettete und auch den Schiffsbrüchigen wieder einsammelte und uns ziemlich entkräftet zurück brachte. Als auch Andreas nach viel Wasser schlucken aufgab und sich entkräftet ins Boot sinken ließ, war auch uns anderen längst die Lust vergangen. In Eilat (Israel) am Roten Meer hatte ich vor fast 40 Jahren viel schönere Schorchelerfahrungen gemacht, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Danach ging es weiter nach Pate. Die Menschen dort empfingen uns ausgesprochen freundlich und ein Einwohner führte uns durch das kleine Dorf, viele Kinder begleiten uns, und stellten uns Fragen. Einige sprachen sehr gut Englisch und einem prophezeite ich, dass er sicher mal in 10 Jahren Lehrer oder Fremdenführer werden würde. Bevor wir die Insel verließen ließen wir uns unser leckeres Fischessen munden. Mir war dabei nicht so schön zumute, da anfangs die Kinder mit zusahen, bis sie von Einheimischen weggescheucht wurden. Sie kamen aber später wieder und zum Schluss beschenkten mich die Kinder mit einer wunderschönen großen Muschel. Viele winkten uns und riefen noch „Good luck!“ nach, und ich fühlte mich durch die sehr große Freundlichkeit der Bewohner beschämt, die wir dort in den primitivsten Lebensverhältnissen zurück ließen.



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Freitag, den 29.4.

Heute verließen wir Malindi mit dem Bus und hatten 4,5 Stunden über sehr holprige Straßen zu absolvieren, um dann endlich an der Fähre anzukommen. Jeanne hatte ihre Hose beim Aussteigen am Sitzgriff zerissen, und ich hatte einen Winkelriss in meinem braunen Kleid, so kamen wir ziemlich abgerissen an der Fähre an. Davor hatten sich die Kofferträger darum geschlagen, wer von ihnen denn nun den Koffer tragen dürfe. Jeanne ärgerte das derart, dass sie sich entschied, ihren schweren Rucksack vorerst selbst zu tragen. An der Fähre angekommen fing es so arg zu regnen an, dass diese nicht los legte. Dafür entschied sich ein anderes Boot, die Fahrt zu wagen. Alle Gepäckstücke, Menschen, darunter verschleierte Frauen, Männer mit Fez, und etliche Kinder kletterten von einem ins andere Boot. Jeanne und ich nahmen je ein tropfnasses Mädchen auf den Schoß. Bei der Überfahrt gab es ziemliche Wellen und die junge Mutter der beiden Mädchen und eines kleinen Knaben gab Schreie von sich, die die kleinen Kinder sicher nicht ermutigten. Ein Kofferträger war mit uns gefahren, weil er uns das Gepäck zum Hotel bringen wollte. Unglücklicherweise holten uns aber Bedienstete vom Hotel ab und nahmen die Koffer in Empfang. Aber da der andere Kofferträger ja die Koffer bereits zur Fähre getragen hatte, mussten wir einen Kompromiss finden und schließlich zog er geknickt mit 300 statt vorher ausgemacht 500KS ab. Das Hotel, das wir bezogen, sah auf den 1. Blick eigentlich ganz gut aus, aber bei genauerem Hinsehen stellte sich dann heraus, dass Sand auf unserem Zimmerfußboden lag, das Waschbecken undicht war, und ich in einem Kinderbett mit sehr dünner Matraze, sprich superhart schlafen musste, da Jeanne sich auf den Standpunkt stellte, dass sie das Zimmer schließlich auch gebucht habe, dass ihr ein Vorteil deshalb zustünde, und sie legte sich genüsslich ins Himmeldoppelbett. Nachdem ich einen Großteil meiner Kleider aufgehängt hatte, machten wir einen kleinen Bummel durch das Städtchen mit etwa 3.000 Einwohnern, wie uns ein schnell zu gelaufener Guide erzählte, der uns die sehenswertesten Gebäude, den Früchtemarkt, eine der sehr alten Moscheen, das Gefängnis, den antiken Sklavenmarkt, und ein interessantes Hotel zeigte. Hier auf der Insel sieht man viele „Ganzkörper verschleierte“ Frauen (auch schon ganz kleine Mädchen von 5-6 Jahren tragen bereits Kopftücher), Männer und ältere Jungen laufen im Kaftan oder aus Tücher gewickelten Röcken herum, das mutet hier alles sehr orientalisch an.

Abends verabredeten wir uns mit Tom und seiner Freundin zum Abendessen beim Hapa Hapa und aßen dort sehr guten Fisch mit Gemüse und Reis zu einem sehr erschwinglichen Preis.



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Donnerstag, den 28.4.

Der Unglückstag! Zuerst ließ sich der Tag wirklich sehr vielversprechend an. Wir waren mit unseren Hotelnachbarn – den beiden Finnen wieder verabredet, die Ruinen von Gede anzuschauen. Wir mussten eine ziemlich lange Strecke bis zur Matatustation laufen, und als wir später bei der Station angekommen waren wiederholte sich das Ganze, da die jungen Leute das Geld für ein „Motorbiketaxi“ lieber sparen wollten. Also mindestens 20 Minuten erneut durch die Hitze gelaufen -ohne Schatten. Dort angekommen fanden wir einen sehr netten Führer, der uns die alte verlassene Stadt erklärte und uns auf bestimmte Sehenswürdigkeiten aufmerksam machte, uns aber auch interessante Bäume, Blumen und Schmetterlinge zeigte. Also wenn man von der schrecklichen Hitze mal absieht, eine wirklich gelungene Unternehmung. Auf dem Rückweg kaufte sich der finnische junge Mann noch ein T-shirt, was ich doch gar zu gerne meinem Sohn mitgebracht hätte, aber da war leider nichts zu machen, er hatte es schließlich vor mir entdeckt. Am Nachmittag war dann geplant, dass wir zu unserem „Hausstrand“ begeben wollten. Der Strand war auf den ersten Blick gar nicht so schlecht, aber nicht ganz so schön, wie der Traumstrand, den wir am Tag zuvor besucht hatten. Nachdem wir alle mal im Wasser waren, gesellte sich der dünnste Mann, den ich bisher in meinem Leben gesehen hatte zu uns. Zuerst verkaufte er mir einen Zahn von einem Haifisch, der angeblich Glück bringen sollte und dann machte ich einen großen Fehler, denn ich ließ mich von ihm zu einer Schnorcheltour überreden, die er als ausgeprochen günstig angepriesen hatte. Zuerst wollte ich meine Tasche mit den Wertsachen in der Obhut von Jeanne und den beiden Finnen belassen, aber dann ließ ich mich doch überreden, alles mitzunehmen, da ja in seinem Boot angeblich alles sicher sei. Wir liefen also etwa 300 Meter, dann ließ er sich das Geld (1500KS) von mir geben, weil er jetzt die Eintrittskarte (für ihn) für den „Schnorchelgarten“ für 300 KS kaufen müsse und seinen „Arbeitslohn“ ließ er sich auch schon gleich geben. Ich solle mich zu dem alten Boot setzen und nur höchstens 5 Minuten auf ihn warten. Ich folgte brav seinen Anweisungen, und wartete und wartete, dann las ich noch ein wenig in meinem Buch, aber er kam nicht nur nicht wieder, sondern stattdessen erschien ein hühnenhafter großer farbiger Mensch und behauptete, er sei von der Polizei und müsse jetzt meine Tasche auf Mariuhana überprüfen. Mein lautstarker Protest half gar nichts und auch dass ich seinen Ausweis sehen wollte. Er schaute sich alles sehr sorgfältig und abwägend an, dann griff er sich blitzschnell den Foto, das Handy und auch meinen Geldbeutel und rannte los. Erst jetzt sah ich, dass sich hinter dem Boot ein 2. Mann verbarg, der wohl Schmiere gestanden hatte und dem anderen hinter her rannte. Ich war natürlich absolut geschockt, denn so etwas war mir noch nie passiert. Da kamen 2 Passanten ein Mann und eine Frau, die schon vorher an mir vorbei gekommen war und fragten mich, was passiert sei. Ich erklärte ihnen sehr aufgeregt, dass ich bestohlen worden sei. Der Mann meinte, er habe den „Schmieresteher“ erkannt, er kenne auch dessen Freund, und wir sollten ihm in seiner Wohnung einen Überraschungsbesuch abstatten. Mir war bei diesem Gedanken erstmal ganz schön mulmig zumute, aber ich hatte eigentlich außer möglichst schnell die Polizei aufzusuchen auch keine bessere Alternative. Also gingen wir sehr verschlungene Wege durch das Slumgebiet von Malindi. Zwischendurch fragte ich immer mal die Frau, was der Mann denn jetzt geplant habe. Nach einiger Zeit fand er den „Schmieresteher“ und zwang ihn uns zu dem Dieb zu begleiten. Ich erkannte ihn auch gleich, es wurde dann hin und her diskutiert und den Dieben mit Polizei und Anzeige gedroht. Daraufhin wurde die Kamera und das Portemonnaie (allerdings mit fehlendem Geld) wieder heraus gerückt, aber Herausgabe des Handies kostete noch einige Überzeugungskraft, dann bekam ich auch das wieder ausgehändigt. Ich war natürlich sehr froh, aber insgesamt – da ich meinen lieben Unterstützern natürlich auch noch ein wenig Geld geben wollte- hat mich das Ganze dann knapp 50 E gekostet, und jetzt bin ich wieder um eine Erfahrung reicher. Man machte mir keine Hoffnungen, dass ich das Geld wieder bekommen würde, denn Omar (so hieß der Fischer) sei jetzt erst mal 2-3 Monate untertaucht. Als ich später Jeanne die Geschichte erzählte, war sie sehr mitfühlend und schenkte mir eine Ananas. Abends gingen wir dann wieder zu viert essen und es gab richtig gute Fleischspieße und ich fand, dass ich das erste Mal hier in einem einfachen Restaurant gutes zartes Fleisch gegessen hatte – ein kleiner Trost, zumal das Essen sogar von einem Feuerwerk begleitet wurde.



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Mittwoch, den 27.4.

Heute sollte es also nach Malindi gehen. Die Fahrt sollte etwa 3 Stunden dauern. Wir fuhren mit einem Matatu und alles klappte gut. Im Hotel angekommen, hängte ich meine Sachen wie üblich erst mal in den Schrank, dann machten wir uns in einem Tuctuc auf zu einem Strand, der ganz besonders schön sein sollte und in der Tat, es gefiel uns hier besser als in Mombasa, nur zum Schnorcheln konnten wir uns nicht gleich entschließen. Beim Zurückkehren ins Hotel ergab sich eine Bekanntschaft mit 2 jungen Finnen, die im Hotel im Zimmer nebenan wohnten, und wir verabredeten uns spontan fürs Abendessen bei einem Italiener um die Ecke, es wurde ein sehr netter Abend, und wir erfuhren, dass es Voluntäre gibt, die noch unter schlimmeren Verhältnissen wohnen müssen als wir. In der letzten Woche musste der junge Mann bis zu 60 Liter Wasser über eine größere Strecke bis zu der Behausung schleppen und eine normale Toilette gab es da auch nicht.



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Dienstag, den 26.4.

Heute wollten wir zuerst mal einen kleinen Strandspaziergang machen. Zwei junge Afrikaner, die sich als unsere Bodyguards ausgaben, wollten uns zuerst das nahe gelegene Dorf und danach einen anderen Strand zeigen. Nach 20 Minuten wurde es uns zu viel, denn wir wollten dieses Dorf gar nicht sehen und natürlich erwarten die hinterher immer ein gehöriges Trinkgeld. Nachdem wir ihnen klargemacht hatten, dass wir jetzt umdrehen und zu dem Strand gehen wollen, den wir schon vorher kannten, gaben sie irgendwann auf. War aber echt nervig gewesen. Wir liefen dann am Strand entlang -leider hatten wir keine Schwimmsachen wegen der Schlepperei mitgenommen. Also machten wir uns dann bald wieder nach Hause auf, um die Schwimmsachen zu holen, denn mittlerweile hatte es ein wenig aufgeklart. Wir suchten uns eine nette Stelle nicht weit vom Hotel und lasen und schwammen und sonnten uns. Leider konnten wir nicht allzu lange bleiben, da Jeanne einen Termin fürs Zöpfchen  flechten ausgemacht und ich mir eine Ganzkörpermassage gönnen wollte. Leider dauerte es nach der ganz wunderbaren Massage noch noch mindestens  1, 5 Stunden bis 4 Frauen gleichzeitig an Jeanne ihr Werk (mit Extensions) vollendet hatten. Danach gingen wir in ein schönes Restaurant, wo man draußen sitzen konnte und aßen was Leckeres. 



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Ostermontag, den 25.4.

Auch heute war das Wetter wieder sehr trüb und deshalb beschlossen wir in die Stadt Mombasa zu fahren, um dort die Fahrkarten für Malindi zu kaufen; außerdem wollten wir gerne eine Städtekarte für Mombasa erhalten. Wie sich schnell herausstellte, hatte das Tourismusbüro geschlossen und wir erfuhren von einem Taxifahrer, dass es nicht wichtig sei, eine Fahrkarte vorher zu kaufen, weil dorthin ständig Buse führen. Also machten wir uns -nachdem wir auf einem Balkon eines netten Restaurants lecker gespeist hatten- auf zum Ford Jesus, einer riesigen Trutzburg, die gegen die Araber und gebaut worden war. Der Umriss der Burg war dem Körper Jesus nachgestaltet worden, also eine auf den ersten Blick sehr ungewöhnliche und eigenwillige Konstruktion. Wir hatten einen Führer, der sich sehr viel Mühe gab, uns Einblick in die Geschichte zu geben. Danach machte er mit uns noch einen sehr ausführlichen Rundgang durch die Altstadt, durch winzig kleine Gassen vorbei an freundlich grüßenden Menschen, am alten Hafen vorbei, über den Marktpatz mit seinen unzählig vielen und abwechslungsreichen Ständen, bis er sich dann an einem strategisch günstigen Ort, dann wieder von uns verabschiedete. Von hier nahmen wir ein sogenanntes Tuc-Tuc- ein dreirädriges Gefährt ohne Scheiben und viel Durchzug, das uns die 15 km wieder nach Hause brachte. Ursprünglich war geplant gewesen, in der Stadt zu Abend zu essen und dann ab 21 Uhr in einen Kinofilm zu gehen, aber diese Pläne konnten nicht in die Tat umgesetzt werden, da wir viel zu kaputt waren. Am Abend schauten wir nebenbei ein wenig Fernsehen, Jeanne skypte, und ich versuchte ein wenig zu lesen. Wir brauchten lange, um einzuschlafen, da wir aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit schweißgebadet waren. Auf Abendessen hatte ich gar keinen Appetit. Erst weit nach 24 Uhr konnte ich einschlafen.



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Ostersonntag, den 24.4.11

Als wir dort um 5:30 ankamen, musste uns das erst mal bewusst werden, dass wir schon unser Ziel erreicht hatten. Die Taxifahrer waren kurz davor, sich um uns zu prügeln, und so holten wir schnell unser Gepäck und entschieden uns schnell für einen. Im Hotel angekommen diskutierten wir erstmal ein paar Minuten über den Preis, aber letztendlich waren wir müde und wir mussten uns dann mit dem Preis, der für Jeanne 3 Euro höher war als ausgemacht, zufrieden geben. Dann legten wir uns erst noch mal 2,5 Stunden ins Bett. Danach war Frühstücken angesagt, ich bestellte gegen Aufpreis alles, was es so gab: gebackenes Ei mit kleinem Würstchen und 2 Toast und Obst, sowie Honig und Kaffee. Das Würstchen und Ei überzeugten mich wenig also beschloss ich es den nächsten Tag wegzulassen und mich auf Müsli und Obst zu beschränken. Nach dem Frühstück zeigte uns einer der Hotelangestellten den Weg zum Meer. Leider war der Strand nicht sehr sauber und so verzogen wir uns nach einem ersten Bad in Richtung Hotelanlage, wo wir Trommeltöne vernahmen und verschiedene afrikanische folkloristische Gruppen am Trommeln bzw. am Tanzen waren – alle sehr unterschiedlich gekleidet – eine wahre Augenweide. Da das Wetter nicht sehr überzeugend war und es sogar ein wenig zu regnen angefangen hatte, waren wir froh, dass wir hier eine interesssante Abwechslung gefunden hatten. Später klarte es auf, und wir legten uns auf zwei Sonnenliegen. Der Tag verging schnell und wir konnten uns erstmal nicht entscheiden, ob wir das Mittagessen (verspätet) hier im Hotel einnehmen oder im Dorf eine Kleinigkeit essen wollten, denn abends hatten wir uns vorgenommen im Hotel zu essen. Letzendlich machten wir uns dann auf den Heimweg und aßen auf dem Weg zurück zum Hotel jede ein Omlette mit Tomaten, Zwiebeln und Paprika – lecker.
Abends setzten wir uns dann unten in den Speisesaal, der nach vorne offen war und unterhielten uns nett. Nach sehr langer Zeit kam dann auch unser Essen – ein wenig anders in der Zubereitung als erwartet, aber lecker. Abends im Zimmer unterhielten wir uns noch ein wenig, und ich las, nachdem ich Jeanne dafür gewinnen konnte, den Fernseher doch auszuschalten.



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Samstag, 23.4.

Da wir gestern nicht Schwimmen waren, war heute Swimming-Pool angesagt. Vorher wollte ich noch mal in der Nähe von Fire-station nach einem Badeanzug schauen. Im ersten Geschäft blieben wir erfolglos, aber dann beim 2. Anlauf hatte ich Glück und ergatterte ein wirklich sehr schönes Stück in meinen Farben in Türkis und Orange allerdings mit ein wenig großen Blumen, aber man konnte sich schnell daran gewöhnen und er war für einen wirklich sehr erschwinglichen Preis zu erhalten. Da es schon nach 14 Uhr war, schlug ich vor, dass wir im YMCA-Schwimmbad erst mal was essen sollten, bevor wir uns ins Bad begeben würden, Kela war einverstanden. Ich bestellte Beef mit Chiabatthi und Kela eine kenianische Spezialität Matumbo (hergestellt aus Kuhmagen) und Ugali, was ihr alles sehr gut schmeckte, auch mein Fleisch war überwiegend akzeptabel. Danach begaben wir uns zum Schwimmbecken. Zuerst war nur eine Liege frei, die ich dieses Mal ihr überließ, ich las ein wenig in meinem neuen Buch Paolo Coelho : „Die Hexe von Portobello“ und begab mich dann ziemlich bald ins Wasser zum Bahnenschwimmen. Als ich gerade bei der letzten Bahn angekommen war, realisierte ich, dass Kela meine gesamten Schwimm-utensilien von der Holzbank zu einer frei gewordenen Liege gebracht hatte. War wirklich lieb von ihr! Ihr war heute nicht so zum Schwimmen zumute, und sie bevorzugte ein ausgiebiges Sonnenbad. Als sie sich dann sehr spät entschloss dann doch noch das kalte Nass aufzusuchen, wurden wir von einem Bademeister darauf aufmerksam gemacht, dass wir heute um 17 Uhr bereits das Becken zu verlassen hatten. Ich bettelte ihm noch 2 Minuten ab, aber danach sonnten wir uns nur noch ein paar Minuten und dann ging Kela schon wieder zum Duschen, ich folgte ihr wenige Minuten später. Nach dem Schwimmen gingen wir noch eine Zeitlang bummeln, Kela war auf der Suche nach einer Kleinigkeit für ihre 3 Monate alte Nichte und für ein Geburtstagsgeschenk für Freyja. Stattdessen fand ich ein sehr schönes Sommerkleid, wo ich sofort dachte, dass dies wunderbar für meine Freundin Gisela geeignet sei, denn sie hatte sich gewünscht, dass ich ihr aus Afrika ein leichtes Kleid mitbringen sollte. Da ich nicht mehr genug Geld mit hatte, ließ ich es zurück legen, damit es Kela im Laufe der nächsten Tage für mich abholen könne. Wir schauten viele Läden mit Sommerkleidchen und winzig kleinen Schühchen an, aber sie kaufte dann doch nichts. Gegen 19 Uhr machten wir uns dann wieder auf. Zuhause angekommen machte ich mich gleich ans Essen aufwärmen und Kela machte all die kleinen Puhs von Taifa weg- für mich die optimale Arbeitsaufteilung. Um 21:40 musste ich mich dann von ihr verabschieden, weil der Taxifahrer bald warten würde. Wir hatten eine herzliche Verabschiedung. Draußen musste ich mich mit meinem Gepäck noch ein wenig gedulden, aber dann fuhr der Taxifahrer mich zum Stanley-hotel, wo Jeanne schon auf mich wartete. Der Taxifahrer fuhr uns anschließend weiter zur Busabfahrstation, wo wir doch sehr zeitlich ankamen. Die Nacht im Bus war nicht so berauschend, es ruckelte und schockelte gelegentlich doch gewaltig, und ich hatte den Eindruck, dass die Räder direkt unter meinem Sitz seien. Nach einiger Zeit bewegte ich mich nach vorne zu einem 1. Klassesitz, der unbesetzt war und versuchte dort einzuschlafen.



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Freitag, den 22.4.

Um 9:30 war die Nacht bereits zu Ende und ich dachte ans Wäsche waschen. Gesagt-getan, gleichzeitig machte ich noch mein Frühstück und putzte anschließend die Küche und das Bad. Dann fing ich an schon mal den Koffer für Mombasa zu packen, weil es ja schon morgen Abend los gehen soll.
Jetzt sitzen wir erstmal an den Computern. Fast alle sind mittlerweile gegangen bis auf Lea. Heute Mittag wollen wir was zusammen kochen, denn ich habe Hühnchenbrust aufgetaut. Kela will noch ein Gemüse und den Reis dazu stiften und ich die Karotten, Kartoffeln und ev. die Kokosmilch – falls die noch ok ist, ansonsten hat sie auch noch welche in Reserve. Danach will sie entscheiden, ob wir heute oder morgen zum Schwimmen gehen wollen und einen neuen Badeanzug brauche ich auch noch. Mittags kochten wir zusammen mein Lieblinggericht: Zwiebeln, Knoblauch mit Curry, Ingwer, Karotten, Zucchinis, Kartoffeln und Kokosmilch, dazu gab es Vollkornreis, der auch nach einer halben Stunde noch ziemlich körnig war, aber insgesamt schmeckte alles gut- wie immer, Lea aß mit und danach machte sie sich auf, hinterließ mir aber noch ihre Telefonnummer, so dass ich sie in Mombasa anrufen kann, falls wir mal tanzen gehen sollten, denn Lea ist wirklich tanzwütig. Ich fühlte mich echt geschmeichelt, dass eine so junge Frau wie Lea mit mir tanzen gehen will.

Gegen 16 Uhr kriegte Kela die Idee mit mir nach Westland in einen großen Mall zu fahren, weil sie noch ein paar Besorgungen machen wollte und eigentlich wollte ich mir ja noch einen Bikini bzw. einen schönen Badeanzug kaufen. Also fuhren wir erstmal zur firestation und von dort zu Westgate. Viele kleine Geschäfte waren Flomarktartig aneinander gereiht. Dort konnte man sehr schönen Massaischmuck kaufen. Ich kaufte mir 2 schöne Ohrringe und 2 bunte Armbänder, vielleicht für die beiden Nichten oder für die Anna. Im Mall angekommen bummelten wir erstmal durch sämtliche kleine Geschäfte bis wir schließlich im Nakurmat unsere Besorgungen machten, leider reichte danach mein Geld nicht mehr für einen kleinen Cafebesuch. Hier zu Hause machen Kela und ich uns einen gemütlichen Abend. Das heißt sie reparierte erst mal die Steckerleiste, die Taifa vorgestern durchgebissen hatte und danach noch den Stecker von der Waschmaschine, dafür bot ich an, das Spülen zu übernehmen. Nun sitzen wir nach dem Abendessen wieder beide vor den Computern. Ich hatte die Freude mit Mima heute Abend mal wieder skypen zu können. Nach dem Abendessen machten wir uns beide an die Computer, Kela ließ ein wenig spanische Musik laufen und gelegentlich summten wir mit- ein sehr geruhsamer und friedlicher Abend.



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Donnerstag, den 21.4.

Heute sollten die Ergebnisse der talking-box im Rahmen einer Lehrerkonferenz dargestellt werden. Elleke hatte sich am Tag zuvor mit dem Sozialarbeiter getroffen, da doch einige Briefe in Kisuaheli abgefasst waren und deshalb ins Englische übersetzt werden mussten. Elleke hatte die Ergebnisse schriftlich zusammengefasst und uns sowie 4 LehreInnen zur Verfügung gestellt. Viele Kinder klagen über häusliche Gewalt, dass sie kein Geld haben, Materialien für die Schule zu besorgen, dass sie das geringe Schulgeld von 100 KS, die monatlich fällig werden, nicht zahlen können. Einige Mädchen möchten gerne Binden für ihre Monatsblutung erhalten, ein Mädchen fragte nach Präservativen, 2 Kinder klagten darüber nicht richtig lesen zu können und ein weiteres, den Lehrer nicht zu verstehen. Ein Junge klagte, dass er manchmal nicht zur Schule gehen wolle und einfach wieder nach Hause ginge.

Am Dienstag nun soll der Tag der talking desks sein, wo die SchülerInnen Einzelgespräche durch die Mitarbeiter des Projektes und ev. durch Elleke erhalten sollen. Es wurde unter anderem auch über die Ausgabe von Präservativen gesprochen, wobei die meisten Lehrer sich allerdings dem Ruf der Schule schuldend dagegen aussprachen. Auch über Lese- und Rechtschreibprobleme wurde kurz gesprochen und wie man den betroffenen Kindern helfen kann. Nach dem Meeting hatte ich Georg zum Essen in die Stadt eingeladen. Er aß auch Fischfilet so wie ich: er mit Ugali und ich mit einer hier typischen Beilage bestehend aus Mais, Kartoffel-brei, Erbsen und ich weiß nicht, was sonst noch; schmeckte gut. Wir tranken auch wieder den phantastischen selbst gemachten Mangosaft und Georg war hoch zufrieden mit dem Essen; insgesamt bezahlte ich etwa 5 Euro inklusiv der Getränke – ein wirklich sehr preiswertes Vergnügen. Heute Abend ist hier eine Riesen-Party und dementsprechend laut ist es hier, das sind alles KollegInnen von Freyja, die hier gestifteten Alkohol vertrinken.

Die Riesen-Party fand statt, aber gegen halb 12 Uhr war ich dann doch müde und wollte schlafen. Um 12 Uhr bat ich dann das erste Mal um ein wenig mehr Ruhe. Zwei Stunden lang bemühte ich mich einzuschlafen, dann bat ich schon etwas verzweifelt, um ein wenig mehr Ruhe. Kela meinte, das beste sei, doch auch beim Tanzen mitzumachen, man würde den afrikanischen Hüftschwung üben. Also ließ ich mich überzeugen- an Schlafen war eh nicht mehr zu denken- und zog mich wieder an.

Dann tanzte ich tatsächlich noch bis 4:30 mit den jungen Leuten zusammen- trank auch ein wenig von dem Rotwein und fiel dann schlagkaputt in mein Bett. Die Außengeräusche tangierten mich jetzt nicht mehr besonders, und ich schlief bald ein.



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Mittwoch, den 20.4.

Heute um 5:45 war die Nacht zu Ende, denn es gab Wasser. Freyja und ich waren etwa 1 Stunde beschäftigt, Wasser abzufüllen; ich nutzte im Anschluss daran gleich die Möglichkeit meine Wäsche zu waschen und als ich dann so richtig schön Duschen wollte, war das Wasser schon wieder weg – also wie üblich die philippinische Dusche. Ich brauche auch, glaube ich, in nächster Zeit auf diesen Punkt nicht mehr näher einzugehen: also zum letzten Mal: Wir haben hier nicht öfter als meist 1x die Woche für eine Stunde Wasser, dann versuchen wir so schnell und so effektiv wie möglich Wasser abzufüllen und wenn es dann nach 2-3 Tagen aufgebraucht ist, müssen wir Wasser kaufen. Also da freue ich mich schon auf mein geliebtes Deutschland, wenn ich, wann ich will warm wieder werde duschen können.

Da nicht klar war, ob es regnen würde oder nicht, machte ich mich heute ein wenig früher von der Schule auf, ich wollte auch noch ein paar Kopien für die Schule machen und Malariaprophylaxetabletten besorgen. Im Bus zur Stadt hin war ich trotz lauter Musik immer wieder eingeschlafen: 5:45 aufstehen ist halt doch ein bisschen früh. Nach dem Ausstieg aus dem Bus fiel mir dann ein, dass ich nicht genug Geld mit hatte, also musste ich erst wieder welches abheben, danach ging ich erst mal schnell was essen, denn es war schon wieder kurz vor 14 Uhr. Ich fand wieder ein sehr gutes afrikanisches Restaurant, wo ich für 2 Euro ein wunderbares Fischfilet, mit ein wenig Gemüse und Salat, sowie Reis und Sauce erhielt- sehr schmackhaft, ebenso der wunderbare Mangosaft, den ich dazu bestellt hatte. Auf meine Frage nach der Gesellschaft, die diesen herrlichen Saft hergestellt habe, bekam ich die Antwort, dass sie ihn selbst gemacht hätten. Völlig begeistert fragte ich, ob man denn davon auch etwas mit nach Hause nehmen könne, was bejaht wurde. Wenn ich allerdings die Art der Verpackung geahnt hätte, dann hätte ich sicher Abstand von der Aktion genommen, denn ich bekam 3 Becher mit Deckel „alla Kaffee to go“ überreicht. Also um es kurz zu machen, ich ließ noch die Kopien machen und kriegte doch tatsächlich die Plastikbecher unbeschadet nach Hause, wo ich sie dann erstmal in eine Glasflasche umfüllte. Heute spät nachmittags hatte ich die Möglichkeit mit Sabrina zu skypen, was viel Freude machte.
Jeanne hat den Rückflug von Lamu heute Mittag gebucht.

Eine Kollegin hat mir per Mail viele Fragen nach den beruflichen Möglichkeiten der afrikanischen Kinder nach der Primaryschool gestellt und auch bezüglich der Lehrerfortbildung. Ich habe heute nachmittag alles ins Englische übersetzt und werde morgen Syprose sämtliche Fragen stellen, dann kann ich morgen nicht nur die Mail beantworten, sondern auch wieder in meinen Bericht einfließen lassen. Um 21:20 sitze ich hier immer noch alleine. Bin mal gespannt, ob und wann Freyja heute Abend kommt. Kela erwarten wir erst morgen Abend spät zur Party wieder. Bin mal gespannt, ob Freyja ihrem Herzen einen Stoß gibt und mich zur Party noch einlädt, oder ob ich morgen, den ganzen Abend in meinem Zimmer allein verbringen darf. Let's see!!



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Dienstag, den 19.4.

Keine besonderen Vorkommnisse:
Die Kinder bastelten heute ihre Marienkäferchen fertig. (Es mussten noch Punkte auf die Flügel gemalt werden). Danach setzten wir sie alle auf die Holzstangen, die sich reichlich im Klassenraum befinden. Nach der Schule ging ich zu dem Busunter-nehmen mit dem wir am Donnerstag nach Mombasa fahren wollten, ich sage bewusst wollten, denn sowohl für Donnerstag, sowie Freitag war alles ausgebucht. So blieb nichts anderes übrig als für Samstag Nacht zu buchen. Das heißt Jeanne wird den Rückflug von Lamu für den Sonntag Abend in einer Woche buchen. Danach ging ich zur Belohnung noch ein wenig zum YMCA zum Schwimmen, das Wetter war zwar durchwachsen, aber ich schwamm insgesamt wieder 660 Meter – gar nicht so schlecht! Vielleicht werden es das nächste Mal 800 m. Als ich zu Hause ankam, war ich erst mal wieder allein, Kela ist 3 Tage außerhäusig, weil sie bei ihrem Team-meeting auch spät in der Nacht noch skypen müssen und das wäre hier dann doch für alle Beteiligten sehr belastend geworden. Freyja kam dann doch noch spät, nachdem ich schon geglaubt hatte, sie würde heute gar nicht mehr kommen und sich vielleicht mit ihrem neuen Freund treffen. Die Abende vergehen hier immer so schnell mit E-Mails chequen und beantworten und Bericht schreiben, dass man denken könnte, die Zeit vergeht wie im Fluge, und schon ist man wieder müde und freut sich auf sein Bett.



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Montag, den 18.4.

Ein normaler Montag: früh aufstehen, philippinische Dusche, frühstücken und mit dem Bus zur Busstation, umsteigen und mit einem weiteren Bus zur Station South B shopping Center, von der ich dann noch mal etwa 20 Minuten durch den slum laufen muss. Zur Zeit ist es hier eher trocken, von Regenzeit merkt man hier verhältnis-mäßig wenig. Ich musste nicht mal meine Stiefel anziehen. Als ich in der Schule kurz nach 9 Uhr ankam, war Syprose mal wieder nicht da. Also musste ich wieder alle Register ziehen, um die Kinder zu unterhalten, mittlerweile klappt das schon besser. Wir haben ja auch Ferien und nur ein wenig mehr als die Hälfte der Kinder kommen regelmäßig.

Nachdem wir so ziemlich alle Verse und Lieder durch hatten, malte ich wieder Bildchen an die Tafel, und wir übten englische Vokabeln. Dabei war ich so in meinem Element, dass ich ganz vergaß die Kinder rechtzeitig in die Pause zu schicken. Gegen 10 Uhr war Syprose dann wieder da (der Schulleiter hatte sie zum „Maiseinkaufen“ geschickt). Ich weiß nicht, warum das immer außerhalb der Pausen sein muss. Heute bastelten die Vorklassenkinder nach dem Bastelbuch, was ich in Kopie mit hatte, einen Marienkäfer. Wir mussten bei einigen Materialien etwas improvisieren, da wir z.B. trotz größter Bemühungen nicht an roten und schwarzen Karton rankamen und auch Fingerfarben „nicht available“ waren. Das bedeutete, dass nicht die Kinder mit Finger- oder Wasserfarben die Toilettenpapierrollen bemalen konnten, sondern dass Syprose und ich mit einem Wasserfarbkasten 15 Rollen rot mit Pinsel anstrichen, so dass wir sämtliche roten Töpfchen verbrauchten. Statt den schwarzen Fühlern konnten wir nur dunkelblaue Pappe verwenden und für die Flügel hatten wir leider nur rose Pappe, aber insgesamt sahen sie hinterher doch recht possierlich aus. Morgen werden dann noch schwarze Punkte drauf gemalt, da man hier leider keine schwarze Knete wie vorgesehen bekommt. Normalerweise hätten die Kinder dann daraus kleine schwarze Kügelchen formen und auf die Flügel mit Hilfe von Klarlack befestigen sollen. Aber so muss es halt auch gehen. Jeanne war gegen 10 Uhr auch gekommen und half ein wenig mit Hilfe von Schablonen, die Flügel und Fühler auf die Pappe zu übertragen. Die Kinder waren wieder mit Feuereifer beim Basteln zu Gange und man merkte schon große Fortschritte beim Prickeln.

Zum Frühstück hatte ich für die Kinder, die keines mit hatten, Bananen mitgebracht, die sie sehr gerne aßen. Zum Mittagessen hatten wir uns für das Lehreressen angemeldet, aber dieses Mal war die Qualität des Fleisches wieder so schlecht, dass mir echt die Lust vergangen ist, hier noch einmal Fleisch zu essen. In der Pause besprach ich mit Jeanne den Mombasaaufenthalt, und wir konnten uns auf die wesentlichsten Punkte ganz gut einigen. Heute Abend will ich noch den Bus für Donnerstag buchen und mit Lee sprechen, damit er für uns das Hotel bis Montag reserviert.

Jeanne will sich um den Rückflug von Lamu kümmern und bei den anderen die Hotels von Malindi und Lamu erfragen. Rose hat hier übernachtet und als ich nach Hause kam, saß sie doch stillvergnügt mit meinem Computer auf dem Sofa. Ich sagte ihr, dass ich das nicht wünsche, dass sie meinen Computer benutzt und dass ich nur Kela eine Sondergenehmigung dazu gegeben habe. Nach der Schule war ich heute wieder sehr müde, so dass ich mich nach dem Duschen erstmal zu einem Nickerchen hinlegen musste. Danach machte ich mich sogleich ans E-Mail beantworten und Bericht schreiben.

Dass Rose hier ist, hat auch echt seine guten Seiten, denn sie spülte, holte Schmutzwasser, um die Toiletten damit zu spülen und putzte meine Toilette.
Den Abend über saß jeder meist wieder an seinem Computer.



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Freitag, den 15.4.

So auch der Freitag morgen : Duschen, Wäsche waschen, Frühstücken. Kela hatte mal wieder Schwimmbad versprochen; hoffe das wird heute was, ansonsten gehe ich morgen schon recht früh zum Schwimmen, da es heute Abend um 18 Uhr ein Musical geben soll und morgen um 16 Uhr im Goetheinstitut eine Hommage an einen kenianischen Filmemacher, mit einigen Kurzfilmen von ihm.

Also dieses Mal klappte es mit Kela und Schwimmbad und es war wieder sehr entspannend. Anschließend brachte ich sie noch zur Universität und machte mich dann auf zum Galito, wo ich schon einmal mein bestes Hähnchenteil (in meinem Leben) gegessen hatte. Auch dieses Mal schmeckte es wieder sensationell. In welcher Art von Marinade die Hähnchenteile letztendlich eingelegt waren, ist natürlich Berufsgeheimnis, aber es schmeckte nach Zitronengras, oder einfach Zitrone, nach Chili und ein wenig Ingwer und anderen orientalischen Gewürzen.
Für den Abend war ich mit Christine, einer neuen „Freiwilligen“, die ursprünglich aus China stammt, aber in Dänemark wohnt, für ein Musical verabredet, das im Kino Nairobi stattfinden soll. Naja, erst mal musste ich – wie üblich- eine halbe Stunde auf sie warten wegen jam (Verkehrsstau) und dann fanden wir das Kino nicht, denn nach der Beschreibung, die ich erhalten hatte, gab es dort gar kein Kino und das Kino Nairobi existierte überhaupt nicht mehr. Zum Glück hatte ich einen Alternativplan: um 19 Uhr sollte es im Nationaltheater eine Aufführung mit Operngesang geben, nun mussten wir also eine ziemliche Strecke erneut durch die Stadt laufen in Richtung Feuerwache. Dort ganz in der Nähe kamen wir an einem afrikanischen Restaurant vorbei und Christine, die noch nichts zu Abend gegessen hatte, wollte natürlich unbedingt rein. Das Essen war in der Tat ein voller Erfolg. Christine meinte, sie habe noch nie ein so gutes Hähnchen (mit Currysauce) gegessen. Auch die 3 Samosas, die ich mir bestellt hatte schmeckten absolut sensationell. Danach ging es weiter an der Universität vorbei bis zum Nationaltheater. Wir kriegten auch noch Karten und durften sogar ganz vorne in der 2. Reihe sitzen. Der Opernsänger, der aus Uganda war, erzählte zwischen seien Darbietungen immer sehr ausführlich wie er zu seinem Beruf gekommen war, später kam auch noch eine Opernsängerin und ein Quartett für 2-3 Lieder dazu. Ich genoss die Aufführung sehr, war aber ziemlich angenervt über Christine, die nicht aufhörte, in ihr handy zu tippen, Informationen abzufragen und schließlich um 20:30 meinte, ihr Gastvater würde vor der Türe stehen, um sie abzuholen. Letztendlich war ich dann froh, als sie nach „biggem hug“ verschwunden war. Es wurde ziemlich spät (22 Uhr), und mir war schon ein wenig mulmig zumute, so spät noch abends mich in den Straßen von Nairobi zu bewegen. Aber alles klappte letztendlich ganz wunderbar und nach einer Höllenfahrt mit dem Bus Nr. 9 kam ich an meiner Matatustation an und bewältigte auch in kurzer Zeit meinen Nachhauseweg. Hier angekommen saß wieder alles hinter den Computern. Der nicht enden wollende Chor war auch wieder am Proben mit seinem lauten „meditativen Singsang", und ich musste mir nicht nur meine Ohren verstöpseln, sondern auch noch ein kleines Kissen auf mein Ohr legen, damit ich überhaupt schlafen konnte.



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Donnerstag, den 14.4.

Heute Morgen um 10 Uhr sollte wieder ein meeting stattfinden und gegen 10:45 waren dann tatsächlich alle eingetrudelt. Georg eröffnete das Meeting mit einem Gebet. Als ersten Punkt bekam Stratos seine Rückmeldung zum Abschied, denn er war heute den letzten Tag in der Schule. Als nächsten Punkt war das Storeprojekt auf der Agenda, wir kamen überein, dass jeder bis Donnerstag noch mal nach seinen Möglichkeiten schauen sollte, wie er wohl das Projekt finanziell durch Fundraising untertützen könnte. Dann übernahm Eleke das Wort und stellte ihre diversen Ideen für Projekte vor. Ich möchte darauf an dieser Stelle nicht näher eingehen, aber ich muss ganz neidlos zugeben, dass die meisten ihrer Ideen wirklich sehr gut sind, nur insgesamt für ihre verbleibende Zeit unmöglich zu bewältigen, aber die Ideen sind ja möglicherweise auch noch für die Umsetzung im Laufe der nächsten Jahre sinnvoll.

Nach dem Meeting gingen wir alle noch mal gemeinsam mit Stratos essen, dieses Mal in ein Schnellimbissrestaurant, wo ich einen Burger und indisch gewürzte Pommes aß, die gar nicht so schlecht schmeckten. Danach verabschiedete ich mich und als ich dann sehr müde zu Hause ankam, realisierte ich, dass ich leider meinen Schlüssel im Haus vergessen hatte. Sofort rief ich Kela an, und sie beruhigte mich, dass Freyja bald nach Hause kommen würde. Da ich nicht wusste, was ich jetzt machen sollte, ging ich aus purer Verzweiflung zum Internetcafe, damit ich mich wenigstens wo niederlassen konnte. Ich hielt mich dort etwa 1 Stunde auf, dann machte ich noch ein paar Besorgungen und wartete noch etwa ½ Stunde, bis Kela anrief und meinte, sie seien jetzt zurück und würden hier in der Nähe äthiopisch essen gehen, ob ich nicht mitkommen wolle. Ich stimmte zu, und es war noch recht nett und schmeckte recht interessant. Am Abend hatte ich das Glück wieder mit meinem Sohn Florian telefonieren zu können, was sehr schön und entspannend war, seine Freundin Anna war auch im Haus und so konnte ich auch ein paar Worte mit ihr sprechen. Die beiden scheinen recht gut ohne mich auszukommen. Das Abendprogramm war ansonsten wie meist – nicht weiter erwähnenswert.



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Mittwoch, den 13.4.

Keine besonderen Vorkommnisse heute. Heute haben wir ausführlicher in der Vorklasse die Englisch-CD uns angehört, was den Kindern viel Freude bereitete. Wir haben wieder eine Freiwillige aus China, die aber in Dänemark wohnt und die sehr deutschfreundlich ist, weil sie viele deutsche Freunde hat. Da ich gestern nicht schwimmen war, schloss ich mich heute ein paar internen Freiwilligen an (Elleke war auch dabei) und nachdem ich zu Hause meine Schwimmbadsachen gepackt hatte, begab ich mich zum Boulevard-Hotel, um mich dort mit ihnen zu treffen. Der swimmingpool dort hat mir nicht so gut gefallen. Er ist viel kleiner und vor allem ist eine sehr große Straße in der Nähe, die ziemlich laut ist. Außerdem ist der Eintritt 4x so hoch, wie im YMCA. Danach wollte ich dann zu dem Filmabend der deutsch- protestantischen Gemeinde, wo der Film "die Wüstenblume" gezeigt werden sollte. Ich nahm noch vorher ein Viertel Hähnchen zu mir und begab mich danach zur Latema-Street, wo der entsprechende Matatu in Richtung „Deutsche Botschaft“ (wo der Gemeindesaal der deutsch-protestantischen Gemeinde sein sollte). Als ich dort jedoch ankam, sagte mir jemand vom Wachpersonal, dass niemand da sei. Ich telefonierte dann noch ein bisschen mit den entsprechenden Kontaktpersonen herum, versuchte auch die Pastorin zu erreichen, aber wie sich später durch ein Telefongespräch herausstellte, war sie sowie eine andere für die Gemeinde Verantworliche zur Zeit in Uganda. Vielleicht war auch das der Grund, dass die Veranstaltung nicht stattfand. Ich war natürlich ziemlich enttäuscht, setzte mich in das nächste Matatu und fuhr nach Hause. Zu Hause angekommen, ergab sich nach einigem Geplänkel, dass Kela uns vieren (Peter und seinem Gast eingeschlossen) eine Yogastunde gab, was allgemein auf viel Anerkennung stieß und wirklich sehr entspannend war.



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Dienstag, den 12.4.

Heute sollte das angekündigte Meeting endlich sein. Elleke hatte die Kiberaleute für 10 Uhr eingeladen auch mindestens 4 Lehrer sollten anwesend sein, um etwas über das „Talking Box Projekt“ zu erfahren. Wie in Afrika üblich, startete das Ganze dann glücklich um 10:50 nachdem alle so langsam eingetrudelt waren. Elleke leitete das meeting und nachdem sich alle vorgestellt hatten, wurde noch mal über Sinn und Zweck der Talking Box informiert, damit auch die LehrerInnen Bescheid wüssten. Ich fand das meeting richtig gut, danach gingen alle Internen inklusiv 3 weiteren (Adrian, Julia und Babsi) zu unserem kleinen Restaurant, wo wir meistens hingehen. Dieses Mal hatte ich ein wenig Pech: die grünen Bananen schmeckten zwar vorzüglich, aber das Fleisch würde man -wie schon einmal angemerkt hatte- in Deutschland keinem Hund zum Essen vorsetzen. Alle anderen aber waren mit ihrem Essen zufrieden, und vielleicht sollte ich einfach beim nächsten Mal wieder zu Fisch oder Hühnchen zurückkehren. Beim Essen sprach ich mit Jeann über Mombasa; sie ist noch am Überlegen, ob sie jetzt schon gleich wieder eine Woche Urlaub machen soll, wo sie doch gerade erst gekommen ist, und in der Schule noch gar nicht so richtig aktiv war. Zur Not muss ich halt leider alleine nach Mombasa und Lamu fahren. Schauen wir mal! Als ich dann zu Hause angekommen war, las ich ein wenig und wurde dann so müde, dass ich erstmal eine Stunde auf dem Sofa einschlief; erst ein Fußball von den draußen spielenden Jungen, der an unsere Scheibe knallte, weckte mich schlagartig auf. Unsere Taifa, die wie sich vor kurzem herausgestellt hat, eigentlich ein Männchen ist, liegt hier im Wohnzimmer total entspannt und gemütlich und verbreitet eine entspannte Stimmung.



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Montag, den 11.4.

Normaler Tag, war lang in der Schule. Jeanne, eine deutsche Soziologistudentin hatte ihren ersten Arbeitstag, und ich beantwortete ihr viele Fragen. In der Schule aß ich mal wieder beim Lehreressen mit : Fisch, Ugali und Kohl, später durfte ich auch noch ein wenig vom Ziegengoulasch probieren. Stratos stand nur dabei. Es machte den Eindruck als wisse er nicht, „wo er sein Ei hinlegen soll“. Er hat am Donnerstag seinen letzten Tag in der Schule und als ich ihn fragte, ob er traurig sei Afrika zu verlassen, da stimmte er bedrückt zu. Nach der Schule machte ich – wie so oft- ein paar Besorgungen, z.b. machte ich 3 verschiedene Kopien für die Schule, hob das Geld (für die Schulfees) für das nächste Trimester für die beiden Stipendiaten ab und besorgte noch ein paar Nahrungsmittel.

Zu Hause nahm ich -wie hier meist üblich- erst mal meine philippinische Dusche und danach schlief ich über eine Stunde, bevor ich mich zum Abendessen kochen in die Küche begab.

Abends las ich mir Kelas Bewerbung zum internationalen AIESEK-Welt-Komitee durch und war wirklich sehr angetan. Eine solch kreative (mit viel Animationen), gut gegliederte, abwechslungsreiche, klare und zielführende Bewerbung auf einem solchen Niveau hatte ich wirklich noch nie gesehen. Ich gab ihr die entsprechende Rückmeldung. Peter war auch den Abend und die Nacht wieder da, und er lobte sie entsprechend ebenfalls. Es ist angenehm, wenn Peter da ist, denn er holt dann morgens 2 Eimer Altwasser und spült damit gründlich die Toilette, damit es da nicht gar zu grauselig ist. Wenn er nicht da ist, muss ich das selbst machen, und das strengt mich ziemlich an, einen fast vollen Eimer Wasser etwa 25 m weit zu unserer Wohnung zu tragen. Es wurde dann heute doch 23:30, und ich kam am nächsten Tag vor 6:50 nicht aus dem Bett.



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Sonntag, den 10.4.

Heute natürlich erst mal lang geschlafen, aber lange nicht so lange, wie ich eigentlich gewollt hätte: gegen 9 war die Nacht bereits zu Ende.
Peter, der gestern auch mit uns tanzen war, blieb über Nacht, und wir frühstückten gemeinsam. Das ist das schöne an einer Wohngemeinschaft, dass man fast immer jemanden zum Quatschen oder für gemeinsame Unternehmungen hat.

Nach dem Mittagessen fuhr ich wie geplant zum Go-Down-Art-Center, weil dort heute um 15 Uhr ein Schülerkonzert stattfindet. Obgleich ich vorher noch ausführlich gekocht hatte, kam ich noch pünktlich und hatte das Glück einen sehr guten Platz zu bekommen. Das Konzert war halt wirklich ein Schülerkonzert mit sehr erstaunlichen, aber auch mit schwachen Beiträgen, aber gegen Ende wurde es von der Qualität immer her immer besser. Wichtige Komponisten wie Beethoven, Chopin und Brahms ...wurden gespielt, auch modernere Stücke wie Hotel California wurden mit 3 Gitarren und ohne Gesang dargebracht, was mir sehr gut gefiel.

Am Abend las ich viel in meinem neuen englischen Buch.



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Samstag, den 9.4.11

Heute sollten Wahlen zum internationalen AISEK Komitee stattfinden und deshalb musste Kela schon sehr früh aus dem Haus. Freya hatte ihr ein wunderschönes Frühstück gemacht und verwöhnte sie sogar mit Kakao. Da es viel zu laut zum Schlafen war, setzte ich mich zu der kleinen Gruppe. Für heute Nachmittag habe ich mir das Go-Down-Art-Center vorgenommen, wo es viel zeitgenössische Kunst zu sehen gibt und wo man den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen kann. Das habe ich dann auch gemacht. Es gab eine sehr große Ausstellung mit Cartoons mit dem Thema Somalia und auch ein informatives politisches Video dazu. Ansonsten konnte man den Künstlern tatsächlich bei der Arbeit zusehen. Es gab 3 Bildhauer, wovon einer sehr interessante Puppen aus Pappmache fertigt, er meinte die eine Puppe stelle eine Abgeordnete dar, die auch gleichzeitig Bischöfin ist, und die Puppen würden sogar im Fernsehen verwendet. Man konnte sie so von innen bewegen, dass sie ihr Gesicht verziehen und sogar mit den Augen rollen konnte. Es gab einen Tanzworkshop, wo ich nur sehr kurz verweilte, weil ich nicht stören wollte und in der Hauptsache konnte man Maler und ihre Werke sehen und man kam sehr schnell mit ihnen ins Gespräch. Ansonsten konnte ich anhand der Plakate mir viele interessante events notieren, wo ich bestimmt zu dem einen oder anderen hingehen werde, z.b. morgen zu einem Konzert von verschiedenen Schülerklassen im Go-Down-Art-Center mit freiem Eintritt. Heute Abend werden also ein paar Leute anlässlich von Kelas Geburtstag kommen und anschließend gehen wir wieder in die selbe Bar zum Tanzen, wo ich auch mitkommen werde. Da muss ich mich jetzt aber vorher unbedingt noch mal hinlegen, sonst stehe ich das nicht durch.

Der Tanzabend war wieder super und ich hätte echt nicht gedacht, dass ich in meinem Alter noch Chancen bei jungen afrikanischen Männern haben würde; sogar ein recht eindeutiges Angebot erhielt ich, was ich dann dankend ablehnte und dann tanzte ich zu meiner Gruppe zurück. Wir hatten wirklich totalen Spaß, und es wurde wieder 4:30 bis ich in meinem Bett lag. So ganz lässt sich mein Alter natürlich nicht verleugnen, denn am Morgen hatte ich ziemliche Knieschmerzen in meinem linken Knie. Heute soll es um 15 Uhr im Go-Down-Art-Center ein Studentenkonzert der Musikerklasse geben, was ich besuchen möchte.



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Freitag, den 8.4.

Ein Freitag wie sooft mit Wäsche waschen, Mittagessen kochen und den YMCA swimmingpool aufsuchen. Abends hörte ich mir ausführlich wieder die klassische Musik an, die mir Fiona anhand ihres sticks hatte zukommen lassen. Leider musste mir Kela berichten, nachdem sie nach Hause gekommen war, dass sie nicht mit nach Mombasa kann. Ihr Team hatte entschieden, Fiona dort hinzuschicken und da sie dort bei Freunden wohnen kann, ist das einfach weniger belastend für das AISEK Budget. Auf persönliche Interessen wurde keine Rücksicht genommen. Kela kann es sich leider nicht erlauben privat nach Mombasa zu fahren, da sie das Geld für ihren Rückflug (Heimaturlaub) sparen muss. Als ich ihr anbot, das Geld zu leihen, lehnte sie ab, da sie mir das Geld nicht zurückgeben könne. 5000 KS (so viel würde der Trip etwa kosten, ev. 2-3000 KS mehr) sind für sie viel Geld -sprich ein ganzer Monatslohn.

Ich war natürlich sehr traurig, dass aus dem geplanten gemeinsamen Trip nichts wird und entschied erst mal etwas vorschnell gleich das nächste Wochenende alleine nach Mombasa zu reisen. Erst als ich im Programm des Goetheinstituts las, dass es nächstes Wochenende einige interessante Happenings (einmal was mit Operngesang und einmal ein Filmfestival) geben soll, wurde ich ein wenig unsicher, ob ich da gleich so richtig entschieden hatte. Jetzt warte ich erst mal ab und tendiere dazu im Mai hinzufahren, ev. mit dem deutschen Mädchen Catrin, was wir für den Mai erwarten, wenn sie mag. Heute nacht schlief Rose (eine Mitarbeiterin von Freyja und Kela) bei uns. Ich hatte große Schwierigkeiten einzuschlafen, denn in der gegenüber liegenden Kirche gab es etwa 7 Stunden lang (von 23 Uhr bis 6 Uhr morgens) meditativen (sehr lauten) Gesang – was sich ja meiner Meinung nach eher ausschließt. Da half selbst nicht, dass ich die Fenster schloss und meine Ohrstöpsel bemühte. Um halb 2 hörte ich dann auch noch Kela und Rose im Zimmer sich lautstark unterhalten und herumkichern und da beschloss ich aufzustehen, Kela zum Geburtstag zu gratulieren und ihr meine Geschenke zu überreichen. Sie freute sich sehr über das Buch von Paulo Coelho und die kleinen Süßigkeiten. Sie fragte mich, ob ich falls ich um 6 Uhr wach sein sollte, sie nicht wecken könne und gutmütig, wie ich nun mal bin, versprach ich es ihr. Dann versuchte ich erneut einzuschlafen, aber etwa jede Stunde wachte ich auf, und so konnte ich mein Versprechen halten und sie pünktlich wecken.



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Donnerstag, den 7.4.

Unsere Teamsitzung fiel aus, weil 3 sehr wichtige Personen fehlten: erstens der headmaster war schon morgens in die Stadt gefahren, zweitens Eleke war noch krank und Georg hatte das meeting einfach vergessen, weil er glaubte, heute sei Mittwoch. Die Kinder arbeiteten heute wirklich viel. Ich hatte zwei Kopien für den Mathematikunterricht mitgebracht und die Vorklassenkinder arbeiteten mit Begeisterung; auch die nurcery-Gruppe hatte heute viel Freude am Kneten und viele bastelten einen Tisch, andere bevorzugten Tiere zu modellieren, wieder andere Flugzeuge.

Stratos hatte einen schlechten Tag und weinte bitterlich. Er hatte sich solche Mühe mit den Kindern der 7. Klasse im Mathematikunterricht gegeben, aber sie verstanden einfach nicht, was er erklärte, von den 20 wussten höchstens 5 von was er sprach. Er war verzweifelt. Zuerst sprach Mr. Benedikt und später Duncan mit ihm persönlich. Wir (Tom und ich) gingen dann später mit ihm gemeinsam zum Essen. Er wollte aber nicht mehr über seine Gefühle mit uns reden. Er genoss sein Essen mehr als sonst und bat mich, die Telefonnummer von Mr. Duncan herauszufinden und ihm später zu mailen, was ich auch tat. Da ich in letzter Zeit sooft nach 23 Uhr ins Bett gehe, muss ich mich oft nachdem ich nach Hause angekommen bin, erstmal eine Stunde ins Bett legen, danach bin ich meist für die nächsten Stunden wieder einsatzfähig. Leider hat mir der Manager der Solarfirma eine Absage geschickt. Die Firma ist noch sehr jung und macht noch zu wenig Profite, um Spenden machen zu können. Tom schickte ich meine „Bettelbriefe“, um ihm anhand von ein paar Mailbeispielen zu zeigen, wie man Fundraising betreiben kann. Abends sitzen wir hier viel an den Computern und sehr oft unterhalten sich Freyja und Kela über ihre Arbeit.



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Mittwoch, den 6.4.

Auch heute nichts Besonderes -außer dass Eleke noch krank ist. Sie hat ziemlich schlimmen Husten – halt eine richtige Erkältung, aber Morgen, wenn das meeting ist, will sie unbedingt kommen. Ich habe das „Dormitory-Proposal“ heute auch an die Deutsche Botschaft geschickt – auch wenn es wenig Hoffnung gibt, dass sie dieses Projekt mit Zuschüssen bedenken werden, aber ich will ja auch nichts versäumen.

Eleke soll die Ausführungen heute auch noch per Mail erhalten. Sabrina hat sich auch bei mir gemeldet, und sie vermisst Afrika (inklusiv der Kinder und Lee) sehr. Leider ist immer noch nicht klar, ob Kela mit mir nach Mombasa gehen kann oder nicht, da sie erst am Freitag ihr Team wird fragen können. Es könnte Komplikationen geben.

Heute verließ ich schon um 12 Uhr die Schule, da ich noch einige Besorgungen (Geburtstagskarte, Geschenkpapier, Ansichtskarte, Hähnchenbrust vom Markt; Erdnussbutter und was mit Kokosnussfüllung für den Geburtstag von Kela) zu erledigen hatte. Ich war ein wenig stolz auf mich, dass ich dieses Mal den Citymarkt alleine fand.



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Dienstag, den 5.4.

Keine besonderen Vorkommnisse.... ich mailte am Abend einem Manager einer Solarfirma, den ich bei der GIZ-Lounge kennengelernt hatte und bat um Spenden für das store-Projekt. Außerdem mailte ich Th. Müller und Manuela das store-proposal weiter. Georg plant mit dem Beginn des Projektes bereits im Mai. Mit Schwimmen war es mal wieder nichts, da Kela zu Hause blieb und dort arbeitet; also blieb ich in der Schule. Heute Nachmittag hatte ich endlich mal wieder Kontakt mit meinem Sohn Florian, der mich von Deutschland aus mit meiner dort gelassenen Simkarte anrief. So weiß ich jetzt wenigstens, wie es ihm geht, außerdem meinen Kontostand und die letzten Kontobewegungen. Abends schauten wir einen Film, über eine junge Frau, die sich einsam fühlt und deshalb die Idee hat, dass sie unbedingt lernen muss, eine typische Japanische Nudelsuppe zu kochen, dafür nahm sie eine Menge an Demütigungen von dem Meisterkoch in Kauf. Wäre nicht mein Ding gewesen... Da wir erst sehr spät mit dem Film starteten, kam ich mal wieder viel zu spät in mein Bett.



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Montag, den 4.4.

Zum heutigen Tag gibt es wirklich nichts weiter zu erzählen.
Mittags wurden wir (Stratos und ich) mit dem Lehrerlunch verköstigt, dieses Mal wie so oft : Ugali, Sukuma Wiki und ausnahmsweise mit Ziege – schmeckte echt lecker!

Georg hatte endlich das Storeproposal fertig gestellt mir zugemailt, ungefähr eine halbe Stunde nachdem ich mich per Mail bei Thomas Müller über die afrikanische Mentalität „ausgeheult“ hatte. Dieses Mal ist es meiner Meinung nach wirklich brauchbar, was ich ihm auch gleich per Mail mitteilte. Wenn er mir morgen seine Erlaubnis gibt, werde ich es gleich an den Deutschen Unterstützungsverein rund um T. Müller und an Manuela M. und auch an die Deutsche Botschaft weitermailen. Die Deutsche Botschaft hatte ich auch bereits gleich im Anschluss an das Loungemeeting angemailt, und um einen Termin und um einen eingescannten Projektantrag gebeten, aber bisher hatte ich noch keine Mail erhalten. Bin gespannt, ob es jetzt morgen ein Meeting in der Schule geben wird oder nicht. Eleke war heute wieder nicht in der Schule, weil sie sich krank fühlte -mal sehen, ob sie morgen kommt. Vielleicht je nach Wetterlage gehe ich morgen mit Kela wieder zum YMCA zu Schwimmen, damit ich wenigstens ein bisschen von meiner Form behalte. Gestern hatte ich die Möglichkeit, mal mein Gewicht zu kontrollieren und siehe da: ich hatte seit meinem Aufenthalt hier in Afrika 3 kg abgenommen. Abends hatte ich das Glück eine halbe Stunde mit meiner Tochter Mima zu skypen, was mir wieder viel Freude bereitete.



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Sonntag, den 3.4.

Nun wie Kelas Nacht mit dem feurigen Südamerikaner war, darüber schweigt des Sängers Höflichkeit. (Sie schwieg im übrigen nicht darüber!)
Den heutigen Tag nur ganz kurz:
Heute Morgen entschloss ich mich, Wasser zu kaufen, damit ich meine Wäsche endlich waschen konnte. Seit gestern Abend haben wir ja zum Glück wieder Strom.

Fiona hatte mir ihren USB-Stick mit wunderschöner klassischer Musik geliehen und seit 3 Monaten hörte ich endlich mal wieder klassische Klänge, die ich unendlich genoss; teilweise verharrte ich regelrecht in andächtiger Pose vor meinem Computer, dann gab es ein kleines Mittagessen, das ich nur aufwärmen musste, schnell waren die Schwimmbadsachen gepackt und ab ging es zur MMU, wo ich mit Liane, dem ehemaligen Nachbarsmädchen verabredet war und die mir noch ein wenig Geld schuldete. Liane kam sogar noch nach mir an. Wir können jeweils stolz auf uns sein, denn ich brachte der 19 Jährigen Liane an einem Nachmittag das Schwimmen bei. Sie hatte zwar schon etwas tauchen können, aber die richtige Technik über dem Wasser zu bleiben, lernte sie tatsächlich heute Nachmittag. Sie war eine sehr gelehrige Schülerin, sonst hätte sie das sicher nicht so schnell gelernt. Nach dem Baden stieg ich aus dem Matatu aus und kaufte in einem riesigen Einkaufszentrum wieder mein geliebtes bayrisches Brot. Zu Hause angekommen waren Kela und Freyja so früh müde, dass sich unsere kleine Runde sehr schnell in Wohlgefallen auflöste. Manchmal denke ich, ich bin sogar belastbarer als die Endzwanzigjährigen – zumindestens brauche ich etwa 2 Stunden weniger Schlaf und bin immer die erste beim Aufstehen, d.h. in der Woche 6:15.



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Samstag, den 2.4.

Heute war geplant zum Früchtemarkt zu gehen, wir fuhren mit unserem Matatu Nr. 9 und stiegen kurz vor dem Früchtemarkt aus. Dort kauften wir Maracujas und Kela noch eine Passionsfrucht, Salat und einen Avocado, ich einen Rosmarinzweig.

Später gingen wir in einem sehr schönen kenianischen Restaurant Mittagessen: ich verspeiste einen gegrillten Tilapiafisch mit Sukuma Wiki und Reis mit einer Kokosnusssoße und Kela aß sehr gutes gesmoktes Fleisch mit wunderbar dunkler Soße mit Ugali. Kurz danach gingen wir noch ein riesiges Eis essen und ließen es uns richtig gut gehen. Danach war Cybercafe angesagt. Zu Hause angekommen, hatte Kela, die heute einen Freund aus Kolumbien erwartete, noch einige Vorbereitungen zu treffen, bevor sie ihn vom Flughafen abholte. Da aufgrund des Stromausfalls alles Eingefrorene schlecht zu werden drohte, entschied ich mich, heute Abend aus dem angetauten Hackfleisch Frikadellen zu machen. Kela war letztendlich leider umsonst zum Airport gefahren, da der Flug ihres Freundes mehr als 3 Stunden Verspätung hatte. Als sie schon wieder hier war, rief er sie an, und die liebe Kela setzte sich doch tatsächlich noch mal in ein Taxi, um ihn dann gegen 24 Uhr leibhaftig abzuholen. Mal sehen, wie so die Nacht für sie mit einem feurigen Kolumbianer wird.



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Freitag, den 1.4.

Freitags gehe ich ja bewusst nie in die Schule, weil ich da immer gerne meine Wäsche mache, aber daraus wurde leider nichts, denn wir hatten (mit Samstag eingerechnet) knapp 2 Tage keinen Strom. Ich machte aus der Not eine Tugend, und setzte mich relativ bald nach dem Frühstück in den Bus um mich ab 12 Uhr mit Kela im YMCA swimmingpool zu treffen. Das Wetter war prima, und ich genoss das Schwimmen sehr. Kela ließ wie so oft auf sich warten, aber als sie dann schließlich doch eintrudelte, hatte sie leckere Sandwiches und Kokosstückchen mitgebracht. Ich hatte ihr noch eine Banane reserviert. Mit dem Schwimmen wechselten wir uns mehr oder weniger ab, da sie ihren Computer mit hatte. Als wir zwischendurch mal ein paar Bahnen zusammen schwammen, stellte sich heraus, dass ich mittlerweile schneller schwamm als Kela, da ich dieses Mal den Kopf beim Schwimmen nach unten nahm und unter Wasser ausatmete. Das hätte ich mir selbst gar nicht zugetraut, zumal Kela eine wirklich gute Schwimmerin ist. Ab 16 Uhr nach dem Duschen trennten wir uns dann wieder, weil Kela noch ein meeting an der Universität hatte, und ich machte mich auf den Heimweg.



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