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Mai 2011

Sonntag, den 22.5.

Heute war natürlich erstmal langes Ausschlafen angesagt. Danach machte ich mich ans Bericht schreiben über die Spendengelder und wie sie im einzelnen in der Schule verwendet worden waren.

Für den Nachmittag (15 Uhr und 17:30) hatte ich wieder 2 Filme in der Alliance Francaise eingeplant, was ich auch in die Tat umsetzte. Ich war extra etwas früher los gefahren, weil ich vorher noch 40.000KS im Automat ziehen wollte. Die Filme – ein schwedischer mit einem vermutlich türkischem Hauptdarsteller und anschließend ein türkischer Film waren sehr anrührend, unterhaltsam und wirklich sehenswert. Auf dem Nachhauseweg zum Matatu wurde ich von einem jungen Mann angesprochen, der mich gerne kennen lernen wollte. Zuerst dachte ich, er wollte mir entweder was verkaufen (wie neulich jemand mich auf der Straße wegen Vitaminpillen anquatschte) oder mal wieder Geld haben- wie so oft, aber dieser schien an mir als Mensch interessiert, wollte auch unbedingt meine Mobilnummer, so dass ich sie ihm schließlich auch gab. Mit diesem (James) habe ich mich jetzt für Mittwoch fürs Kino verabredet und mit dem anderen (Toni) für den Dienstag.



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Samstag, den 21.5.

Erst mal ein wirklich gemütlicher Samstag ohne nennenswerte Vorkommnisse. Am Nachmittag begab ich mich erneut in die Allianz Francaise und anschließend nach einem Abendessen war ich bei Eleke zu ihrer Fare-Well-Party eingeladen. Da ich ihr einen Rosewein mitbringen wollte, begab ich mich zu einem Supermarkt. Auf dem Weg dorthin sprach mich ein kleines schmutziges Mädchen (ohne Schuhe) an, ob ich ihr nicht Brot und Milch kaufen könne. Ich nahm die Kleine mit und kaufte ihr auch gleich noch ein paar Bananen, einen Apfel, eine Seife (auf eigenen Wunsch), eine kleine Schokolade und einen Kugelschreiber und natürlich ihr Brot und mir den Rosewein. Mein Wein kostete insgesamt mehr, als die Sachen, die ich dem Mädchen schenkte mit dem Versprechen, unbedingt in die Schule zu gehen, denn jetzt (mit zehn Jahren sei es noch nicht zu spät).

Danach begab ich mich nach Maderaka, wo die anderen „Internen“ wohnen. Eleke freute sich total über den Rose und es war eine nette Runde. Gegen 23:30 machten wir uns dann auf nach Westland zum Tanzen. Es war wie immer lustig, und tanzen macht mir einfach Spaß. Ich lernte einen 34 jährigen Kenianer kennen, der nach den ersten Tänzen meinte, er möchte gerne mein boyfriend sein. Fand ich schon beachtlich bei diesem Altersunterschied! Vielleicht gehe ich mal mit ihm ins Kino, ansonsten kann ich mir erstmal nicht mehr mit ihm vorstellen. Gegen 3:15 fuhr ich dann mit dem Taxi nach Hause und zum Glück kam bald noch ein anderes Auto, das hupte, so dass ich auch in meine Behausung schlupfen konnte, denn nach 23 Uhr ist hier alles abgesperrt, aber zum Glück gibt es ja einen Nachtwächter.



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Freitag, den 20.5.

Heute ist normalerweise ja mein Waschtag, aber nachdem wir jetzt seit gut einer Woche jeden Tag ohne Unterbrechung Wasser hatten, wollte es sich ausgerechnet heute nicht einstellen. Also entschied ich zu frühstücken, Mails zu checken und erstmal meine Tagesberichte der letzten 2 Tage noch zu schreiben und abzuwarten, ob es nicht wiederkommen würde. Später konnte ich dann doch noch waschen. Am Nachmittag um 14:30 gab es in der Schule eine Lehrerfortbildung zum Thema „Prügelstrafe in der Schule“. Es dauerte natürlich erst mal wieder eine halbe Stunde bis endlich alle Lehrer zusammen waren, und wir starten konnten. Aber dann war der workshop doch eine gelungene Sache, denn der Dozent, ließ erstmal die Lehrer aufschreiben, was ihnen an der Polizei alles nicht gut gefällt und besprach das dann ausführlich mit Ihnen und dann brachte er die Parallele, dass die Kinder sich sicher im Umgang mit den Lehrern auch so fühlen würden, wie die Teilnehmer der Polizei gegenüber (die z.B. die Leute nicht reden lässt, wenn sie eines Vergehens beschuldigt werden,u.s.w.). Nach dem workshop machte ich mich wieder zum Kino auf. Ich denke, ich werde jetzt nicht immer auf jeden einzelnen Film eingehen, aber die meisten hatte bisher ein sehr hohes Niveau und waren absolut sehenswert.



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Donnerstag, den 19.5.

Gestern ein fast normaler Schultag mit einem kleinen meeting. Mittlerweile wird wirklich mit Windeseile an der Mauer gearbeitet – auch wenn erst knapp die Hälfte des Geldes (von Freunden von Naum aus London) vorhanden ist, er möchte immer dann wenn Geld wieder kommt dann daran weiterarbeiten lassen. Vor den Klassenräumen der 7. und 8. Klasse wurden die Zementschwellen abgerissen und kleine Gräben gebuddelt. Wie wir jetzt hören, ist geplant, die Klassenräume, die zur Zeit aus Wellblechen bestehen mit festen Steinen aufzumauern. Georg meint, man würde dann die Mauer, die hinter dem Klassenraum errichtet würde, ebenfalls für den Klassenraum verwenden können. So habe man insgesamt ein besseres Fundament und die Räume seien besser gegen Feuer geschützt, außerdem meint er, dass dadurch das Projekt auch nicht teurer würde, als er es am Anfang der Woche (wegen Erhöhung der Materialkosten) kalkuliert habe, insgesamt etwa 4.800 E. Nachmittags machte ich mich dann auf zur Stadt, da es auch heute wieder im Rahmen des Europäischen Filmfestivals einen interessanten Film -dieses Mal aus Österreich- geben sollte. Da der Weg zur Allianz Francaise weit und anstrengend ist wegen der Abgase, der vielen Menschen überall und dem ständig aufwirbelndem Staub und Schmutz, hatte ich mir den Weg mit 3 Unterbrechungen aufgeteilt: als erstes Besuch des Internetcafes, zweitens in einem afrikanischen Restaurant einen Mangosaft trinken und als letztes kurz vor dem Ziel noch ein Softeis essen. So kam ich noch pünktlich an und war nicht zu sehr gestresst. Der Film handelte von 4 verschiedenen junge Serbokroaten, die versuchen in Wien Fuß zu fassen und wie ihr Leben dort ist und natürlich handelte der Film auch von Liebe, Sex, Enttäuschungen, Abnabeln vom Elternhaus u.s.w. Die anderen Filme bisher hatten mir besser gefallen, aber er war auch nicht so schlecht. Gegen 20:15 war ich dann wieder zu Hause, und es lief das übliche Abendprogramm : Essen kochen, Mails checken u.s.w.



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Mittwoch, den 18.5.

Ich hatte eine Wäscheleine und Klammern mitgebracht, so dass die hübschen Blumenbilder daran befestigt werden konnten. Es sah wirklich sehr schön aus, und wir waren alle begeistert. Über den heutigen Tag gibt es nicht viel zu berichten. Nachmittags holte ich noch die verbleibenden 25.000, um sie am nächsten Tag Georg geben zu können und kaufte noch ein paar Kleinigkeiten ein. Zu Hause kopierte ich die besten Fotos auf den für die Schule gekauften USB stick, da ich diesen heute den jungen belgischen IT-Administratoren zum Verwenden für die Schulhomepage geben wollte, dadurch war ich ein wenig knapp mit der Zeit und vergaß mir genügend Geld mitzunehmen. Der Film war sehr aufregend und ergreifend und handelte von einem Schlittschuhmarathon in Friesland (Holland) und dem entsetzlichen Kälteeinbruch und der Geschichte von 4 jungen Menschen und deren Motivation, diesen Lauf mit dem so begehrten Siegeskreuz zu beenden. Nach dem Film traf ich mich -wie geplant- mit den 2 jungen IT-Menschen tatsächlich, und sie kopierten sich die Fotos auf ihren labtop. So sind wir auch was die homepage betrifft wieder ein Stück weiter (die vor-geschlagene Struktur hatte ich ihnen schon am Abend vorher gegeben. Am Wochenende werden sie auch Eleke sehen und auch deren Fotos sich auf ihren labtop speichern und dann kann es mit der Konstruktion der neuen homepage losgehen. Zum Glück lieh mir einer von beiden 50KS, so dass ich mit dem Matatu wieder nach Hause fahren konnte.



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Dienstag, den 17.5.

Heute haben wir in der Schule die gebastelten Blumen fertig gestellt, sie sahen wirklich sehr individuell und jedes auf seine Art schön aus. Syprose und ich haben uns überlegt, eine Wäscheleine an der Wand entlang zu spannen und dann die Bilder mit Wäscheklammern zu befestigen, was bestimmt sehr attraktiv aussehen wird. Morgen werde ich die Leine und die Klammern besorgen und dann schauen wir mal, ob sich die Idee in Wirklichkeit umsetzen lässt.

Georg kam heute auch in die Schule und aktualisierte die einzelnen Materialkosten und natürlich damit auch die Gesamtkosten, die sich auf etwa 70.000 KS mehr als vorher geplant belaufen werden. Da aber der Kurs noch immer recht gut steht (für 100 E gibt es 12000 KS) soll sobald wie möglich mit dem Bau begonnen werden. Bereits am Freitag sollen die ersten Materialien angeliefert werden. Morgen oder übermorgen werde ich die letzten 25.000KS von dem Geld meiner Freunde Georg übergeben, nachdem ich in den letzten Tagen bereits 105.000KS den beiden weitergegeben habe. Heute hatte ich Gelegenheit beim Lehreressen teilzunehmen und heute schmeckte es mal wieder ausgesprochen gut (Ziegengoulasch mit Sukuma Wiki und natürlich Ugali). Zuhause legte ich mich kurz hin, denn ich wollte mir heute um 17:30 einen interessanten dänischen Film im Rahmen des Europäischen Filmfestivals anschauen. Alles klappte prima, ,und ich war gerade so pünktlich da. Der Film, auf dessen Inhalt ich jetzt nicht näher eingehen möchte, war sehr berührend. Nur so viel: er handelte von einer dänischen Journalistin, die in Afghanistan von den Talhiban gekidnappt wurde, dann von einem jungen Terroristen freigelassen wurde, der später dann in Dänemark auftauchte und wiederum die Unterstützung der Journalistin benötigte. Ein sehr empfehlenswerter Film. Im Anschluss daran traf ich zufällig die beiden jungen Männer dort, die eine neue Schulhomepage konstruieren wollen und verabredete mich mit ihnen für den nächsten Tag, da sie auch den holländischen Film sich anschauen wollten, für nach dem Film, damit ich ihnen den stick mit den aufgespielten Fotos geben könne.



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Montag, den 16.5.

Heute morgen sollte eigentlich wieder ein meeting sein, aber Georg simste mir, dass er seinen Cousin, der krank sei, ins Krankenhaus bringen müsse, also kein meeting. Ich hatte ziemlich viel Geld (25.000KS) für Georg für das Kaufen von Materialien mit. Also erhielt es Naum, natürlich gegen Unterschrift. Heute fingen wir in der Vorklasse mit einem neuen Bastelprojekt an: aus Buntpapier Blumen ausprickeln, auf bunte Pappe kleben, mit angemalten Zahnstochern (als Stängel) ergänzen und morgen auch noch die Blätter dazu malen. Die Kinder waren wieder mit Feuereifer dabei, und die ersten Blümchen sahen wirklich nett aus und Syprose meinte, die Bilder würden – wenn sie denn fertig würden- bestimmt sehr schön aussehen. Morgen werden wir sie dann fertig machen und mal schauen – vielleicht dürfen auch einige der Kindergartenkinder, sich mal mit Prickeln versuchen.
Da heute noch mal der Spengler kommen wollte (er war bereits am Samstag morgen da) hatte mich Freyja gebeten, ob ich nicht am Nachmittag zu Hause sein könnte, deshalb verließ ich sehr pünktlich die Schule, stieg in der Nähe der großen Barklaybank aus und ließ mir zeigen, wie man auf einen Schlag 40.000 KS abheben könne, und es gelang. Wenn ich dann mit Georg noch einmal den selben Betrag morgen abhebe, dann hat die Schule vorab schon mal 105.000 KS zur Verfügung und wenn ich dann noch einmal 25.000 abhebe, dann dürfte von den Spendengeldern, die meine Freunde und Bekannte für das Projekt zur Verfügung gestellt hatten, nichts mehr übrig sein.

Danach kaufte ich bei Tuskys und später hier bei unseren kleinen Lädchen noch einiges für das Mittag- bzw. Abendessen ein. Zuhause war ich dann tatsächlich etwa viertel vor 14 Uhr da und ich ließ erst mal Taifas „Puhs und Pi“ verschwinden, damit der Spengler nicht gleich sieht, dass wir hier ein Haustier haben und es womöglich dem „office“ weiter meldet, denn Haustiere zu halten, sind hier verboten. Bis darauf, dass das Wasser in Freyjas Toilette permanent wegläuft, hat er alles repariert, was -wenn dann auch noch täglich Wasser in Zukunft da sein sollte, die Lebensqualität deutlich erhöht. Für heute hatte ich mir ein deutsches Gericht vorgenommen, was wir zu Hause „Gefülltes Kraut“ (Hackfleisch angebraten mit Weißkraut) nennen. Als Beilagen gab es „normale“ Kartoffeln und Manjok (Süßkartoffeln). Ansonsten verlief der Nachmittag und der Abend wie immer, außer dass Georg mir simste, dass er dann morgen wieder in die Schule kommen würde.

Morgen werde ich mir einen weiteren Film vom European Film Festival um 17:30 anschauen, da werde ich dann zwischendurch gar nicht nach Hause können, sondern die Zwischenzeit im Internetcafe zubringen.



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Sonntag, den 15.5.

Ausschlafen, Duschen (seit 5 Tagen haben wir Wasser ohne Unterbrechung), Frühstücken, Mails checken und dann war ich mit Liane verabredet für das YMCM Schwimmbad, leider kam sie dann doch nicht, sie habe beim Aussteigen aus dem Matatu, ihr Geld verloren (vielleicht war es ihr entwendet worden, oder sie schämte sich zuzugeben, dass sie das Schwimmbad einfach nicht gefunden hatte. So vereinbarten wir, dass sie beim nächsten Mal zuerst zu mir nach Hause kommen wird und dass wir dann gemeinsam dort hinfahren. Nach dem Schwimmen, was mir wieder sehr gut getan hatte, ging ich noch zu einem Film, der im Rahmen des Europäischen Filmfestvals in der Alliance Francaise stattfand. Der Film war ein Deutscher Film, der die Machenschaften einer großen Bank zeigte und wie diese versucht, Macht auszuüben, indem sie bei einigen Ländern für enorme Schulden sorgten, um diese von sich abhängig zu machen. Es war ein aufregender Thriller mit englischen Untertertiteln. Nachdem ich dann zu Hause angekommen war, gab es nur noch ein bisschen lesen im Bett für mich.



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Samstag, den 14.5.

Mit dem „früher treffen“ wurde es dann doch nichts, ausgerechnet heute gab es Stau, so dass ich erst eine halbe Stunde später als geplant in der Schule ankam. Manuela, die Georg gesimst hatte, war auch noch nicht da. So unterhielt ich mich ein wenig mit Naum und Georg und bald war auch Manuela da.

Jeanne und Tom hatten gesimst, dass ihr Bus einen kleinen Unfall hatte, und dass sie deshalb später kommen würden.

Also fingen wir schon ein wenig an, uns zu unterhalten, vor allem ob denn wirklich genug Geld zum Start des Dormitory Projektes vorhanden sei, wir machten einen Überblick und sprachen auch über den momentanen Wechselkurs von Euros in Kenianische Schilling, der momentan so ist, dass man für nicht ganz so viele Euros relativ viele KS bekommt. Das wird allerdings dadurch ein wenig relativiert, dass die Preise in Kenia rapide nach oben gegangen sind. Georg will am Wochenende prüfen, wie hoch insbesondere die Preise für die „teuren“ Baumaterialien, wie z.B. Eisenträger sind. Da Georg am liebsten schon am Mittwoch mit dem Kaufen der Materialien beginnen will, möchte er uns in seinem nächsten meeting, die Ergebnisse mitteilen. Wenn die Preise tatsächlich so extrem angestiegen sind, dann muss man schon mit ev. 4500 E (etwa 550.000 KS) und nicht mit den zuerst veranschlagten 400.000 KS rechnen. Die von Manuels anfangs vorgeschlagenen 60% sind auf jeden Fall erreicht. Georg will am Montag mit mir zur KCB Bank gehen und mit den Mitarbeitern sprechen, dass ich ev. pro Tag 40.000 KS abheben kann, damit für den Materialkauf am Mittwoch genug Bargeld vorhanden ist.

Als dann Jeanne und Tom da waren, erkundigte sich Manuela bei beiden, was sie so in der Schule machen würden, und es ergab sich einen recht interessanten Austausch darüber, wie Freiwillige besser auf ihre Arbeit hier vor Ort vorbereitet werden könnten.

Danach gab es noch die Themen Zaun und Teilung der Preclass in Preclass und Nurcery, wobei diese dann auch einen eigenen Raum und natürlich auch eine Erzieherin für sich alleine bräuchten und sicher auch eine Menge an Spiel-und Bastelmaterialien.

Gegen Nachmittag gab es in der Schule auch was zu essen: Leber, Ugali und Sokuma Wiki, was sehr lecker schmeckte.

Danach zeigte uns Georg noch das wieder hergestellte Lehrerhaus ganz in der Nähe seines Hauses, wo zur Zeit nachts seine Kinder untergebracht sind. Natürlich wollte seine Frau uns wieder Tee anbieten, aber Manuela und ich wollten los, sie hatte eine Verabredung, und ich wollte zu einem afrikanischen Konzert gehen. Nachdem Manuela noch ausführlich mit Georgs Frau gesprochen hatte, verabschiedeten wir uns, aber nicht bevor sie uns noch ein paar Bananen mitgegeben hatte. Wir fuhren gemeinsam zum Markt und dann trennten wir uns. Als erstes ging ich in ein Internetcafe, später ging ich noch einen Mangosaft trinken und so arbeitete ich mich langsam zum Goetheinstitut vor. Es war soeben Einlass, und ich erhielt einen wirklich guten Sitzplatz mit prima Sicht. Die Darbietungen waren sehr unterschiedlich und am besten gefiel mir eine Künstlerin, die eine sehr gute und kräftige Stimme hatte, ein mir unbekanntes afrikanisches Musikinstument spielte und gelegentliche temperamentvolle Tanzdarbietungen mit rhythmischem Glöckchenfesselband unterstützte. Danach holte mich Manuela ab, und wir fuhren nach Carioco zu unserer Wohnung, wo sie mir zeigte, wie man Fotos markiert und auf den neu gekauften stick speichert. Diesen habe ich für die Schule gekauft, damit geeignete Fotos für die homepage zur Verfügung stehen.

Nach 24 Uhr gingen die jungen Leute dann noch zum Tanzen, aber ich war so müde, dass ich bald einschlief.



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Freitag, den 13.5.

Heute ist Freyjas Geburtstag. Kela hatte ihr noch in der Nacht, bevor sie verreiste, auf ein orangenes T-shirt einen wunderschönen Giraffenkopf gemalt, was ich dann irgendwann mit dem Bügeleisen noch fixiert hatte. Außerdem hatte ich in ihrem Auftrag, Freyjas Lieblingsgetränk besorgt und in ihrem Namen einen kleinen Geburtstagsbrief (nach ihrer Vorlage) abgeschrieben.

Ich selbst hatte ihr einen spanischen Weißwein und auf ihren Wunsch hin eine dunkle Schokolade besorgt. Nachdem Freyja aufgestanden war, gratulierte ich ihr und überraschte sie mit den Geschenken. Sie war wirklich gerührt, sie bedankte und umarmte mich mehrfach.

Immer wieder versuchte ich heute morgen das sogenannte „office“ zu erreichen, da aus Freyjas Toilette immer noch das Wasser permanent wegläuft, meine Waschbecken tropft und Freyjas Dusche keinen Duschkopf besitzt. Das alles ist seit unserem Einzug so und wir haben uns bereits mehrfach gemeldet (auch natürlich einen Brief geschrieben, aber bisher hat sich noch nicht viel getan. Also für Morgen wurde uns erneut zugesagt, dass der Spengler käme, bin echt mal gespannt....Ich muss um 9 Uhr spätestens weg, sonst kann ich nicht pünktlich in der Schule sein, da wird Freyja auf einigen Schlaf verzichten müssen, falls der Spengler früh kommen sollte.

Heute -wie immer Freitag- Waschtag und nach dem Mittagessen fuhr ich dann zum YMCA Swimming-Pool, danach ging ich in die Stadt zum Mail chequen und jetzt bin ich schon wieder am Bericht schreiben. Morgen will Manuela Müller von (Kampala) Uganda einen Besuch in der Upendo School machen. Ich habe mit Georg verabredet, dass ich mich mit ihm eine Stunde früher treffe, damit wir dann zusammen zu einer Bank gehen, und ich versuche zu erreichen, dass ich nicht immer nur 20.000KS, sondern vielleicht auch mal das Doppelte abheben kann. Nachdem ich heute wieder über 500m geschwommen bin, bin ich doch jetzt schon (noch vor 8 Uhr) ganz schön müde.



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Donnerstag, den 12.5.

Heute in der Schule ein meeting:

Als erster Punkt wieder das Dormitory Projekt. Die Schule möchte gerne am nächsten Mittwoch mit dem Bau anfangen. Wir verabreden, dass sowohl Georg als auch ich eine Mail zu Thomas Müller senden und nachfragen, ob der Verein mit dem früheren Baubeginn einverstanden wäre.

Ich gebe einen Überblick über die aktuelle Finanzlage:

1600 E von Seiten des Vereins

1100 E von meinen Freundinnen und Freunden, sowie Unterstützern

etwa 750 E (1000 Dollar)von dem japanischen Professor

Mit dieser Summe kann man auf jeden Fall schon mal starten

Außerdem waren zwei Bekannte von Elleke da und wollen die homepage der Schule neu konzipieren. Homepage hier ist ein echter Dauerbrenner bei uns. Ich hatte eigentlich gehofft dasThema sei durch, nachdem Bob, der junge Chinese sich der Sache angenommen hatte. Aber wie sich später herausstellte, war die Domäne doch nicht bezahlt und deshalb wurde die Homepage auch nicht hochgeladen. Für „Foundraisingszwecke“ aber ist es unerlässlich eine wirklich gute und ansprechende hompage zu haben.


Das nächste Thema war die „talking desks“. Heute werden wieder 2 Mitglieder von Polycom erwartet, die die talking desk-Runde durchführen wollen. Wenn Eleke in 14 Tagen wieder in Holland sein wird, dann werde ich mich, bzw. der Sozialarbeiter der Sache annehmen, denn dann bin auch ich nur noch 5 Wochen da.

Da ich mich doch noch schwach fühlte und außerdem in der Stadt noch etwas dringend zu besorgen hatte, verließ ich mit Jeanne gemeinsam die Schule.

Da ich freitags nicht in der Schule anwesend bin, musste ich auch wieder das Modem Naum überlassen, was bedeutete, dass ich nachmittags nach dem Mittagsschlaf, das nahe gelegene Internetcafe besuchen musste, um ein paar dringende Mails „loszuwerden“. Das wurde entsprechend auch erledigt, und ich ließ auch das E-ticket für meinen Rückflug ausdrucken, sowie 3 verschiedene (je nach Himmelsrichtung) Matatupläne. Abends kochte ich mein Lieblingsessen und danach lief alles wie immer.



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Mittwoch, den 11.5.

Wasser – auch wenn ich es nicht mehr erwähnen wollte: aber den ganzen Tag!!!

Morgens in der Schule konnten die Kinder nicht in die Pause gehen, da es so stark geregnet hatte und der „Schulhof“ einem gepflügten Acker glich. Sie bearbeiteten die Kopien der Arbeitsblätter, die ich noch am Morgen schnell in der Stadt hatte anfertigen lassen und malten sehr schöne Bilder. Gegen 11 Uhr kam dann die Schwester von Dunkan, um Maß an mir zu nehmen und Virginia holte noch schnell ihr Kleid, denn nach diesem Modell wollte ich ein Kleid genäht haben. Die Schwester von Duncan freute sich natürlich sehr, dass sie einen Auftrag bekam und morgen will sie ihrem Bruder Stoffmuster mitgeben, damit ich mir was aussuchen kann. Bin mal gespannt, ob das Morgen gleich klappt.

Nach der Schule ging ich mit Jeanne in die Stadt, um dort was zu essen, denn sie fährt dann anschließend weiter, um einem 11jährigen Mädchen in Deutsch Nachhilfe zu geben.

Zu Hause angekommen konnte ich seit sehr langer Zeit eine Dusche aus meiner Dusche genießen (nicht nur immer philipinisch) und mir unkompliziert die Haare waschen – herrlich!!!

Der Abend hatte nichts weiter Erwähnenswertes zu bieten außer dass Liliane (das ehemalige Nachbarsmädchen) anrief. Wir vereinbarten bei gutem Wetter am Freitag zusammen zum YMCA zum Schwimmen zu gehen.



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Dienstag, den 10.5.

Heute Morgen ging es mir schon wieder viel besser. Draußen war es kalt, und es hatte nachts geregnet. Es bot sich nicht an heute ohne Jacke nach draußen zu gehen. Da ich Computerprobleme hatte, hatte ich heute das erste Mal meinen Computer mit in die Schule genommen, damit mir Jeanne ev. ein paar Tipps geben kann. Mittlerweile ist einer meiner liebsten Schüler „Sammy“ aus den Ferien zurückgekommen – im Gesicht ein wenig verändert, es scheint nicht mehr ganz so kreisrund zu sein, aber er freute sich total mich wieder zu sehen und hing auch heute wieder an meinem Arm. Um ihn hochzunehmen fühlte ich mich noch zu schwach und natürlich tragen alle Kinder bei diesem Wetter total schmutzige Stiefel. Heute sollte eigentlich Dunkans Schwester kommen, um Maß an mir zu nehmen, denn ich wollte mir gerne ein schönes zweiteiliges Kleid schneidern lassen. Leider kam sie nicht und Dunkan war irgendwann auch verschwunden. Die zweite Klasse hat zur Zeit eine sehr nette Vertretungslehrerin, da Mrs. Mary wegen Depressionen die Schule nicht besuchen kann. Ich wundere mich immer wieder, dass die Klassen oft ohne LehrerInn sind, aber dann doch bemüht sind, für sich alleine zu lernen und sich oft stundenlang still verhalten. Für mich grenzt das an ein Wunder. Nachdem ich lange genug auf das Eintreffen der Schneiderin gewartet hatte, nahm ich am Schüleressen teil und machte mich auf. Den schweren Computer im Rucksack zu schleppen, fand ich schon anstrengend. Auf dem Weg von der Busstation zur Matatustation Nr. 9 entschloss ich mich dann spontan zu einem Malariatest und zum Glück fiel er negativ aus. Zu Hause am Abend gab es dann nichts weiter Aufregendes mehr zu berichten: Duschen, Schlafen, Mails chequen und beantworten und Bericht schreiben. Ich mailte dem Herren, den ich kennengelernt hatte und der einer Organisation angehört, die sich bemüht, Menschen umzusiedeln und in festen Behausungen anzusiedeln. die beiden proposals von Georg, Für Morgen will ich für die Kinder wieder eine neue Bastelidee (bunte Sommerblumen aus Buntpapier) und die Bastelanleitung mitbringen.



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Montag, den 9.5.

Heute Morgen fühlte ich mich dann doch noch ziemlich schlapp, aber ich machte mich tapfer auf zur Schule. Da Eleke ansonsten in der Woche keine Zeit gehabt hätte, und Georg in der Schule war, Naum ebenfalls, sowie alle Internen machten wir heute spontan ein meeting. Alle wichtigen Themen wurden angesprochen: das „dormitory project“, der Zaun, das girls-project (wo Eleke und Jeanne bei einer Fabrik waren und entsprechende Produkte für die monatliche Blutung der Mädchen besorgt hatte). Sie plante auch ein wenig Geld noch von Freunden zum Herstellen von Schuluniformen für die Klasse 1 und die Vorklasse zur Verfügung zu stellen. Wir sprachen auch über den Sportschulwettbewerb, der jetzt wahrscheinlich doch nicht stattfinden wird, da Eleke bereits in 14 Tagen wieder nach Holland zurückkehren muss. Georg sprach über die geplante Baumpflanzaktion seiner Kirchengemeinde und wie viele Bäume er bestellt hat. Da ich mich noch sehr schwach fühlte, machte ich mich gegen 12:15 schon wieder auf, leider vergaß ich die Kopiervorlagen, also muss morgen dringend kopiert werden. Nachdem ich zu Hause gegen 14 Uhr angekommen war, aß ich schnell meine Linsensuppe und dann musste ich 1,5 Stunden fest schlafen, damit ich mich überhaupt wieder arbeitstüchtig fühlte. Um 16 Uhr war ich dann wieder wach und von diesem Zeitpunkt bis 22:15 verbrachte ich mit sehr kleinen Unterbrechungen am Computer.



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Sonntag, den 8.5.

Gegen 5:45 kamen sie dann alle wieder, und die Gespräche wurden gleich wieder aufgenommen, dieses Mal zum Glück ein wenig leiser und bald war es still.

Gegen 7:30 entschied ich aufzustehen, denn ich wollte pünktlich um 10 Uhr an der Busstation sein: gemütliches Frühstücken, ein wenig die Mails chequen und oh, Wunder gegen 9 Uhr hatten wir tatsächlich Wasser, also ihr wisst ja mittlerweile was dann los ist, und ich muss es nicht näher beschreiben. Zum Glück kam Freyja – obgleich nur 3 Stunden im Bett verweilt habend und half mit und wusch auch gleich ihre Wäsche. Nach dieser Aktion ging leider das Internet nicht mehr, ich weiß auch nicht warum, denn es hätte heute noch den ganzen Tag arbeiten müssen.

Als ich dann bei der Busstation auf Georg und seine Frau wartete, kam ich in ein sehr nettes Gespräch mit einem jungen Mann, der einer Gesellschaft angehört, die sich bemühen, die Menschen aus den slums herauszubekommen und in feste Wohnungen anzusiedeln. Er war sehr interessiert an dem Dormitory Projekt und auch an dem mehr allgemein gehaltenen Proposal von Georg. Er gab mir seine Kontaktdaten und seine E-Mailadresse und durch dieses hochinteressante Gespräch verging die Zeit so schnell, dass es mir gar nichts weiter ausmachte, dass Georg und seine Frau, sich völlig gegen sonstige Gewohnheiten mehr als eine halbe Stunde verspäteten.

Wir liefen in Richtung Uhurupark, und ich merkte, wie schwer mir noch das Laufen fiel und wie eine alte Frau stützte ich mich gelegentlich auf meinen Schirm. Dort angekommen war der Park wirklich schön und erholsam, und ich unterhielt mich angeregt mit beiden. Georg allerdings musste sich dann doch bald zurückziehen, da er an diesem Morgen mit sehr starken Kopfschmerzen aufgewacht war. Da ich Georg vor kurzem zum Mittagessen eingeladen hatte, dachte ich, dass sich seine Frau sicher sehr freuen würde, wenn ich sie ebenfalls „zum Essen ausführen würde“ und so wurde es gemacht. Wir suchten das gleiche Lokal auf, wo wir vor kurzem so gut gegessen hatten und bestellten beide Hühnchencurry, das leider enttäuschend war. Es war leider nicht genügend durchgekocht und die Haut war derart gummiartig, dass ich sie einfach nicht kauen konnte. Die Soße, der Reis und der Mangosaft waren prima, aber selbst das Gemüse hätte noch 3 Minuten vertragen können- für meinen angegriffenen Verdauungstrakt eine ziemliche Herausforderung. Es tat mir ziemlich leid, dass ich Georg Frau nichts Besseres bieten konnte, aber manchmal „steckt man halt nicht drin“. Zu Hause angekommen, war ich erstmal Bett reif; jedoch die unglaublich lauten Geräusche draußen, als würde man mit einem Hammer einen Bus reparieren, ließen mich nicht zur Ruhe kommen. Also wieder aufgestanden. Da das Modem immer noch nicht funktionierte, entschloss ich mich, das nahe gelegene Internet-Cafe aufzusuchen. Dort verblieb ich gut 1,5 Stunden, zu Hause wieder angekommen, wurde dann nur noch Bericht geschrieben, gekocht und dann war schon wieder Schlafen angesagt, da es mir schon wieder schlechter ging und es mir in meinem Kopf schwindelte. Für morgen nahm ich mir vor, einen Malariatest machen zu lassen.



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Samstag, den 7.5.

Heute geht es schon wesentlich besser, nur ein sehr nervender trockener Reizhusten ist geblieben. Nachdem ich heute dann meine Wäsche gemacht hatte, war ich so fertig, dass ich mich erstmal für 20 Minuten auf der Couch ablegen musste, bevor ich mich wieder fit genug fühlte, die 5 Stockwerke bis zur Terrasse hoch zu laufen, um dort die Wäsche zum Trocknen aufzuhängen. Doch auch das ließ sich dann geradeso bewerkstelligen. Nach einem sehr gesunden Mittagessen (gemischte Paprikas mit Reis) sitzen wir mal wieder an den Computern zum Mail beantworten. Den Tag über ergab sich auch nichts weiter Bemerkenswertes mehr außer, dass ich ein Verabredungsangebot von Georgs Frau bekam, morgen um 10 Uhr wollen wir uns an der Busstation treffen und dann zu dritt zum Uhurupark laufen, weil ich den noch gar nicht kenne. Ich vermute, sie will wohl mit mir besprechen, wie ich mir das mit der regelmäßigen Unterstützung für die Tochter Rebecca gedacht habe und wie wohl die Geldübergabe stattfinden soll.

Abends wurde es noch so richtig anstrengend für mich, denn Freyja hatte 3 junge „Isländer bzw. -innen“ eingeladen und bis mindestens 24 Uhr war voll die Party im Gange. Am Anfang sogar mit Musik bis ich mich dagegen aussprach, so dass sie dann wenigstens etwas gedämpft wurde, aber die lauten Stimmen und das ständige Gegackere gingen mir doch ziemlich auf den Nerv, dann nach 24 Uhr zogen sie endlich zum Tanzen ab, und ich konnte schlafen.

Da ich schon vor einigen Wochen angedeutet hatte, dass ich ausführlicher über die Bildungsmöglichkeiten der Jugendlichen nach der Primary-School berichten wollte, werde ich das heute nachholen, da es heute vermutlich auch nichts Spektakuläres zu berichten werden gibt. Als nächstes folgt der Mailkontakt zwischen einer Kollegin und mir vom April 2011.





Liebe Christel,

wie Du weisst, lese ich immer mit großem Interesse Deine tollen Berichte und kann die afrikanische Mentalität gut nachfühlen. (... und wenn wir nicht wissen, was wir machen sollen, dann machen wir einfach nichts.....)

Was mich noch interessiert::

Gibt es so etwas wie allgemeine Schulpflicht in Kenia?

Was würden die Schüler machen, wenn es Eure Schule nicht gäbe: keine Schule oder weitere Wege?

Welche Möglichkeiten ergeben sich nach Abschluss der Schule - wenn sie nicht auf eine weiterführende Schule gehen? Gibt es so etwas wie eine Berufsausbildung?

Die Lehrer scheinen ja auch in dem Slum zu wohnen.

Haben sie eine Lehrerausbildung?

Wie bilden sie sich weiter? Gibt es so etwas wie eine Lehrerfortbildung?

Ist die Tätigkeit als Lehrer keine Möglichkeit, sozial aufzusteigen und aus dem Slum rauszukommen?


Hier die Antworten auf Deine Fragen. Ich hatte sie erstmal ins Englische übersetzt und dann heute von der Vorklassenleiterin und einige auch von Mitgliedern von unserem heute stattfindenden Meeting beantworten lassen.Gibt es so etwas wie allgemeine Schulpflicht in Kenia? Es gibt kein Gesetz in Kenia, das vorschreibt, dass Kinder die Schule besuchen müssen, aber die Schulaufsicht (school attendance) betont, dass jedes Kind ein Recht hat, die Schule besuchen zu dürfen. Viele können sich aber aufgrund der Schulgebühren (schoolfees) Schule einfach nicht leisten, zumal außer der Materialien meist auch noch die Schuluniform bezahlt werden muss.Was würden die Schüler machen, wenn es Eure Schule nicht gäbe: keine Schule oder weitere Wege? Einige würden vielleicht versuchen auf eine andere Schule zu gehen, aber nur wenn diese keine oder fast keine Schulgebühren erhebt?
Die anderen würden wohl auf der Straße herumhängen, sprich sich zu Straßenkindern mit Kinderprostitution und Straßendieben u.s.w. entwickeln.

Welche Möglichkeiten ergeben sich nach Abschluss der Schule - wenn sie nicht auf eine weiterführende Schule gehen?

Ja, es gibt für die Schüler, die nicht die Secondary School besuchen können (meist aufgrund finanzieller Gründe und nicht, weil sie nicht genügend begabt wären), sogenannte „trainingscenter“, z.B. für eine Schneiderausbildung, um Schreiner, Mechaniker, Elektriker zu werden, es gibt auch professionelle Fahrschulen, um z.B. Busfahrer werden zu können oder Friseuse. Diese kosten allerdings auch Geld, weshalb sehr viele sich auch diese wiederum nicht leisten können.Gibt es so etwas wie eine Berufsausbildung? Habe ich gerade beschrieben, so richtige Berufsschulen, die alle ohne Schulgeld besuchen dürfen, gibt es nicht, alles nur private Schulen. Die Lehrer scheinen ja auch in dem Slum zu wohnen. Haben sie eine Lehrerausbildung? Sie haben auf Colleges studiert, nicht auf Universitäten. Wir haben einen Lehrer, der gerade erst 21 Jahre alt geworden ist, der kurz vor dem Collegabschluss abgebrochen hat. Er scheint aber ein sehr guter Lehrer zu sein und ist hier allgemein sehr anerkannt und beliebt.Wie bilden sie sich weiter? Gibt es so etwas wie eine Lehrerfortbildung? Ja, das "appartment of education" lädt die Lehrer regelmäßig zu eintägigen bzw. dreitägigen workshops ein. Diese workshops sind verpflichtend einen pro Jahr zu besuchen. Sie sind je nach Profession (VorklassenlehrerIn, Lehrer der Primarschule oder der Sekundärschule oder "school for kids with special needs") und nach Fächern spezialisiert.Ist die Tätigkeit als Lehrer keine Möglichkeit, sozial aufzusteigen und aus dem Slum rauszukommen? Im Prinzip schon, aber unsere LehrerInnen arbeiten ebenfalls als Voluntäre, und sie erhalten keinerlei Gehalt. Das heißt, sie versuchen sich über den jeweiligen Ehepartner irgendwie über Wasser zu halten. Besonders problematisch ist das, wenn wie bei Syprose (der Vorklassenleiterin) z.B. der Mann nur als Gelegenheitarbeiter arbeitet und nur ab und zu 2,50 E am Tag verdient. Das heißt auch deren Kinder laufen, wie die anderen Kinder in Lumpen, zerrissenen Kleidern und oft zu kleinen Schuhen herum. Die Vorklassenleiterin, mit der ich eng zusammen arbeite, hat gelegentlich ein T-shirt an, das am Arm völlig zerrissen ist. Sie haben alle immer wieder die gleichen Kleider an.Wurden auch die LehrerInnen von einem Brand unvorbereitet überrascht, was ja mittlerweile schon 4 Kollegen (inklusiv Georg zugestoßen ist, dann haben sie außer dem, was sie an diesem Tag am Leib getragen haben, gar nichts mehr (wie ich ja schon in einem meiner vorherigen Berichte ausgeführt habe).



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Freitag, den 6.5.

Heute konnte ich zwar schon wieder aufstehen und hatte auch kein Fieber mehr, aber fühlte mich noch sehr schwach und hatte noch so starke Kopfschmerzen, dass ich gegen meine Gewohnheiten eine Aspirin nehmen musste. Aber mein Appetit kommt lerfreulicherweise langsam wieder zurück, aber außer ein wenig lesen, chatten und E-Mails beantworten, Bericht vervollständigen, machte ich auch heute nichts weiter. Stop: natürlich rief ich auch meinen Sohn an und gratulierte ihm zum Geburtstag und da es mir noch gar nicht wieder so ganz gut ging, weinte ich ihm was ins Telefon vor, was mir natürlich sehr unangenehm war, da ich ihm doch seinen Geburtstag nicht vermießen wollte. Ich hoffe, er hat heute Abend eine Riesen große und wunderschöne Geburtstagsfete.



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Donnerstag, den 5.5.

Den kompletten Donnerstag lag ich nur im Bett mit hohem Fieber außer Schlafen, Trinken, Toilette gehen und dann alles wieder von vorne lief gar nichts.



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Mittwoch, den 4.5.

Heute zeigte Naum weit aus bessere Laune, nachdem er gestern fast depressiv auf mich gewirkt hatte. Er zeigte uns stolz, dass zwischen Küchenanbau (zur Zeit noch mit etwas Sand gefüllt) und Toilette nun eine feste Mauer errichtet würde. Auf meine Frage, wo denn das Geld herkäme, antwortete er nur ausweichend im Sinne von „wenn dann wieder Geld da wäre“. Auf unsere (von Tom und mir) Frage, ob denn das Geld von dem japanischen Professor schon auf dem Schulkonto sei, meinte er, dass er das morgen chequen wolle, am Freitag sei noch nichts drauf gewesen.

Diese Woche ist leider mal wieder kein meeting, da Georgs Großmutter und auch die Tante an Ostersonntag gestorben seien und er deshalb bis mindestens einschließlich Freitag in seiner Heimat sei. Wir sprachen dann noch ein wenig über den bevor-stehenden Besuch von Manuela Müller am 14.5. und über den Bericht, den sie gerne den Vereinsmitgliedern und den SpenderInnen vorlegen würde, auch die Vorschläge von ihrer Seite für das Proposal sprach ich an, dabei stellte sich heraus, dass Naum diese Mail offensichtlich nach gar nicht gründlich angeschaut hatte. Hier zieht sich halt immer alles wie Kaugummi und wir (Freiwilligen) haben oft kaum Einflussmöglichkeiten auf Ereignisse. Da mein Darm immer noch nicht in Ordnung war und ich dringend 5 Tage Bericht nachholen wollte, machte ich mich auch heute wieder früher auf. In der Stadt aß ich wieder gutes Fischfilet mit afrikanischen Beilagen und trank wohlweislich einen schwarzen Tee dazu. Zuhause angekommen fühlte ich mich dann aber so angeschlagen, dass ich mich, bevor es mit dem Berichtschreiben los ging, erst mal eine Stunde schlafen legen musste. Jetzt fehlen nur noch 3 Tage von der Reise und dann noch 2 Mails beantwortet und dann habe ich es „Gott sei Dank!“ für heute geschafft. Gegen Nachmittag wurde es immer schlimmer, ich bekam Fieber und legte mich auf unsere Wohnzimmercouch. Freyja und Peter kamen gegen 20 Uhr auch an, Peter, weil er sich von Kela noch verabschieden wollte. Später als dann Kela kam, nahm ich ein Aspirin, damit ich wenigstens einigermaßen gesellschaftsfähig blieb, denn heute war der Abend vor ihrer Abreise. Kela übersetzte mir noch ein paar Sätze in Spanisch (ich weiß gar nicht, ob ich erwähnt hatte, dass sie mir seit etwa 2 Monaten jeden Tag 5 Wörter spanisch beibringt, und mittlerweile sind es schon ganze Sätze), damit ich während ihrer Abwesenheit etwas zu lernen hatte. Dann wollte sie mir auf meinen Wunsch hin noch zeigen, wie man Fotos in facebook hineinstellt, aber ich merkte, dass ich sehr wenig aufnahmefähig war. Die Nacht konnte ich fast nicht schlafen. Ich hatte hohes Fieber und Kela bereitete im Wohnzimmer noch einiges für Freyjas bevorstehenden Geburtstag vor und da sie soundso um 5 zum Flughafen musste, hatte sie beschlossen, sich erst gar nicht hin zu legen. Wenn aber Licht in mein Zimmer herein leuchtet, habe ich riesige Probleme mit Einschlafen, also blieb ich die Nacht mehr oder weniger wach und litt vor mich hin. Gegen 4 Uhr brachte Kela dann ein T-shirt, das sie mit einem wunderschönen Giraffenkopf selbst bemalt hatte und gab mir noch Anweisungen, wie ich es zu fixieren hätte. Gegen 5:45 war das Taxi da, und Kela verließ das Haus, und ich winkte ihr nochmal hinterher.



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Dienstag, den 3.5.
Heute ging die Schule wieder los. Als ich das Schulgelände betrat, gab es eine große Überraschung, denn in unserer Abwesenheit war ein riesiger Zaun aus Wellblechen errichtet worden.

Sowohl Syprose als auch die Kinder und ich natürlich auch waren hocherfreut, dass ich nach so langer Zeit (10 Tage) endlich wieder da war, und ich wurde lautstark im Chor begrüßt. Syprose erzählte mir, dass „die Examen“ der Vorklassenkinder sehr gut ausgefallen seien und dass nur 2 oder 3 das Ziel nicht erreicht hatte. Die Vorklassen-leiterin war auf jeden Fall zufrieden damit. Ich hatte den Kindern, die immer ohne Frühstück kommen wieder Ciabatthis mitgebracht, die sie begeistert verzehrten. Jeanne gesellte sich für kurze Zeit auch zu uns, und ich machte Fotos von den selbst gebastelten Marienkäfern, da Sabrina sie so gerne mal sehen wollte. Da ich zu Hause so viele unbeantwortete Mails hatte, meinen Hut vergessen hatte (was bei der Hitze für mich eine kleinere Katastrophe ist), einkaufen musste und zu allem Übel auch noch eine Diarrhoe hatte, entschloss ich mich heute schon früher die Schule zu verlassen. Als ich meine Einkäufe erledigt hatte und nach Hause kam, war Kela auch noch da und packte gerade ihre Koffer. Leider für uns – sehr schön für sie will sie nämlich am Donnerstag 4 Wochen nach Europa fliegen – davon 1 Woche London mit ihrem Freund verbringen und danach ist in Spanien die Kommunion ihres Neffen angesagt und Anfang Juni ev. noch die Niederlande, wo sie plant, einen Bekannten zu treffen. Also 4 Wochen ohne Kela, das wird hart für uns alle werden, aber insbeson-dere für unser Kaninchen Taifa, an dem sie mit zärtlicher Liebe hängt und diese „Liebe“ wird ganz offensichtlich von Taifa erwidert. Das Tier spürt ganz offensichtlich, dass Kela im Aufbruch ist und es verfolgte sie den ganzen Tag bis hin zur Toilette, was sonst gar nicht so seine Art ist. Ich aß die restlichen Spagetthis mit scharfer Tomatensoße in der Hoffnung, dass diese ein wenig antiseptisch auf meinen Darm wirken würde.

Leider ist das Internet mit Modem so schwach, dass ich unter „Thunderbird“, wo meine Mails immer automatisch hingeleitet werden, nicht die Antwortfunktion in Anspruch nehmen kann. Das bedeutet, ich muss jede ankommende Mail, kopieren und dann GMX öffnen, das Kopierte einsetzen und dann kann ich erst auf die einzelnen Fragen eingehen und eine Antwortmail anfertigen. Das hält ziemlich auf, aber immerhin schaffte ich es einige wichtige Mails zu beantworten, aber beim „Bericht nach holen“ kam ich nur einen Tag weiter, denn der Abend wurde noch sehr gemütlich und Kela erzählte mir viel aus ihrem Privatleben und den Enttäuschungen mit ihrem jetzigen „boyfriend“. Spät gesellte sich auch noch Freyja, nass geworden vom kenianischen Regen, zu uns und fragte Kela dann nochmal in etwa die gleichen Fragen, die ich ihr schon zuvor gestellt hatte und gab in etwa ähnliche Kommentare ab wie ich. Viel zu spät ging ich endlich schlafen.



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Montag, den 2.5.
Da der 1. 5. ein Sonntag gewesen war, gab es hier in Kenia die Ausnahme, dass dafür Montag, der 2.5. als freier Tag ausgewiesen worden war. Ich konnte mich also erst mal schön ausschlafen. Für heute war Waschtag geplant, was ich mir aber ziemlich bald abschminkte, da der Strom immer noch nicht wieder da war. Kela schlief ihren Dornröschenschlaf und gegen 11 gab ich meine Weckversuche auf. Gegen 13 Uhr fühlte sie sich endlich so weit fit, dass sie aufstehen konnte. Zuerst erzählte ich ihr natürlich ein wenig über meinen Urlaub, dann machte ich uns Mittagessen und nachmittags war dann -oh Wunder- die Elektrizität wieder da und meine Waschpläne konnten doch noch Wirklichkeit werden – nachdem ich noch Wasser dazu gekauft hatte. Nachmittags war geplant zum Carioco-Markt zu gehen, weil Kela noch dringend Souvenirs für ihre Familie brauchte. Ich ließ mich natürlich von den zahlreichen Händlern auch zu dem einen oder anderen sehr günstigem Modeschmuck überreden, gedacht für Freundinnen, meine Mima und Anna, die Freundin meines Sohnes. Das eine oder andere Schmuckstück werde ich natürlich auch behalten. Kela war ein wenig sauer, weil die ihr versprochenen Sandalen immer noch nicht fertig waren, und sie erklärte noch einmal ganz genau, wie sie sie haben wollte. Danach gingen wir noch sehr günstig (für etwa 2 Euro inklusiv Fruchtsaft beide zusammen) äthiopisch hier bei uns in der Nachbarschaft essen. Leider konnten wir nur sehr kurz uns an dem weißen „Sauerbrot“ auf das ein wenig „Goulaschartiges Fleisch“, ein gekochtes Ei und grünes Gemüse, sowie ein paar Tomaten mit Zwiebeln „gekippt“ worden war, erfreuen, denn im durfte nicht nach 19 Uhr nach Hause kommen, da sonst die Hausterrasse abgesperrt wird und ich dann nicht mehr an meine Wäsche herangekommen wäre. Kela hatte ab 20 Uhr ein „online-Meeting“, in dieser Zeit räumte ich meine Wäsche weg und las in meinem neuen englischen Buch. Der verbleibende Abend war dadurch geprägt, dass Kela sich sehr lange bemühte, neuen Account auf meinen Laptop zu laden. Als es dann endlich gelungen war, machten wir uns gleich wieder ans E-Mail chequen.

Nachts sehr spät kam Freyja von ihrer Urlaubsreise zurück, und ich musste meine Ohrenstöpsel mal wieder bemühen, da die beiden Freundinnen sich natürlich viel zu erzählen hatten.



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Sonntag, den 1.5.

Heute war leider wieder der Abreisetag. Morgens packten wir wie die Weltmeister, danach Frühstücken: erst Obst: Papaya, Mango und ein kleines Stück Ananas, danach 2 weich gekochte Eier mit Toast, Margarine, Marmelade und Kaffee. Danach zogen wir los durch die Altstadt auf der Suche nach einem Internetcafe, weil wir die Flugtickets ausdrucken lassen wollten. Leider war überall auf Lamu Stromausfall, so dass unser Vorhaben scheiterte. In Lamu gibt es sehr viele Esel, das einzige Transportmittel, da Autos und Motorräder verboten sind. Ein Eseltreiber ließ Touristen auf den Eseln reiten, und er fragte mich, ob ich es nicht auch mal probieren wollte. Ich wagte es und es war recht lustig. Jeanne ging sich dann mit Hilfe von Henna die Arme und Beine anmalen, und ich ging anschließend zum Hotel zurück und setzte mich auf die Terasse, von der man einen herrlichen Meeresblick hat und auch einen Teil der Stadt sehen kann. Ich machte ein paar schöne Fotos, und dann las ich in meinem Buch weiter. Als es dann schon nach halb eins war, machte ich mich auf, um eine Kleinigkeit zu essen. Jeanne kam dann später auch noch. Danach musste alles recht schnell gehen. Ein Angestellter vom Hotel brachte meinen Koffer zur Fähre, und um kurz nach 2 ging die Fähre los. Jeanne war natürlich auch dabei. Wir kamen gut eine Stunde vor Abflug an, Tom und seine Freundin stießen bald auch noch zu uns. Die Flüge waren recht unkompliziert, und ich konnte sogar aus dem Flieger noch ein paar schöne Luftaufnahmen von Lamu machen. Da ich leider meinen Hausschlüssel vergessen hatte, musste ich, nachdem das Taxi Jeanne heimgefahren hatte, mich mit Kela an der Universität treffen zwecks Schlüssel-übergabe. Kela war leider für den Abend zum Essen verabredet, so dass wir nicht – wie ursprünglich mal angedacht- zusammen Abend essen konnten. So war der Abend für mich zu Hause ziemlich trübsinnig : keine Elektrizität (also stundenlang nur Taschenlampe bzw. Kerze, nichts weiter im Kühlschrank zu essen, niemand zur Unterhaltung, aber wenigstens war fast alles schön sauber und Internet war auch vorhanden, so dass ich endlich meine Mails alle chequen konnte.



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